Columbine ist überall

Baden-Württemberg: Zehn Tote bei Amoklauf in Winnenden

Bei dem Amokläufer soll es sich nach Polizeiangaben um einen ehemaligen Schüler der betroffenen Realschule handeln. Der 17-Jährige ist auf der Flucht, Teile der Innenstadt sind abgeriegelt.

 

Gegen 9:30 Uhr saß ich mit einer Freundin gutgelaunt beim Frühstück – nicht ahnend, dass ein 17-Jähriger gerade das Leben von neun Schülern und zwei weiteren Personen auslöscht. Ich bin sehr erschüttert.

Update 12.03.2009: Leider blieb es nicht bei den 10 Toten.

 
Amoklauf in Winnenden

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6 Kommentare

  1. Ja, man fragt sich wie es dazu kommen kann. Was mich in dem Bericht etwas verwundert ist einmal: warum kam es bei der finalen Schiesserei noch zu 2 Toten unter den Passanten? Es war doch klar, dass der Junge, nachdem er bis dahin schon 12 Menschen ohne mit der Wimper zu zucken getötet hatte, über Leichen gehen würde. Wurden hier aus Gründen des Selbstschutzes der Polizei bewusst Kollateralschäden (tolles Wort) in Kauf genommen? Ebenso fiel mir der Satz "Bei einer Durchsuchung des Elternhauses findet die Polizei mehr als ein Dutzend Waffen, die die Eltern legal besitzen", auf. Er muss mit den Waffen vertraut gewesen sein, denn so einfach wie im Videospiel ist es nicht, jemanden zu treffen und zu töten. Naja, hinterher wird es laufen wie immer, es werden ein paar Kerzen an der Schule niedergelegt, die Videospiele sind mal wieder die Übeltäter, die Politiker werden viel reden und wenig handeln. Bis zum nächsten Amoklauf – und zum nächsten, und nächsten, und….

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  2. Nun … inzwischen ist es ja traurige Gewissheit, dass es dort insgesamt 17 Tote (einschließlich des Amokläufers) gegeben hat. Habe natürlich nicht den ganzen Tag am TV verbracht, aber ich hatte Phoenix die meiste Zeit im Hintergrund laufen. Die Waffen des Vaters waren ordnungsgemäß im Waffenschrank verschlossen – bis auf die eine, die im Schlafzimmer lag! Das war natürlich eine zu viel. Die Eltern haben eingeräumt, dass der Sohn den Vater gelegentlich zum Schießen begleitet hat – was ja an sich noch nichts ungewöhnliches ist, wenn der Vater dem örtlichen Schützenverein angehört. Offensichtlich war es aber auch heimliches Hobby des Jungen mit diesen Softball(?)-Pistolen rum zuschießen – das zumindest hat ein Freund ausgesagt. Denke, die nächsten Tage werden vielleicht noch ein paaar Hintergründe zu Tage fördern. Warum nach dem Blutbad in der Schule noch weitere Menschen sterben mussten, kann vermutlich niemand schlüssig beantworten. Es ist und bleibt mehr als tragisch.Als ich heute Mittag die ersten Meldungen gesehen habe, saß meine Tochter noch in der Schule. Sie wird 17, geht auch in die 10. Klasse und auch an ihrer Schule hat es schon Schüler gegeben, die Amok-Drohungen an die Tafel geschmiert haben – glaube, das letzte Mal war es nach der Sache in Emsdetten – und es gab auch schon Bombendrohungen. Als Mutter erschüttert mich so etwas dann immer ganz besonders. Ich denke an die Eltern (einschließlich die des Amokläuferns) und auch an die übrigen Angehörigen. Allein die Vorstellung, dass die Polizei vor der Tür steht und sagen könnte ‚Es tut uns Leid Ihnen mitteilen zu müssen … etc.‘ ist wohl für jeden die Horrorvorstellung schlechthin. Es bleibt natürlich die Frage, was einen Jugendlichen so austicken lässt, dass er meint Herr über Leben und Tod zu spielen zu müssen und was man als Eltern tun kann, oder bedauerlicherweise versäumt hat.

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  3. Hallo Anette,ich hate gestern Abend auch noch die Pressekonferenz gesehen. Die Frage des warum stellt sich immer nach solchen Aussetzern. Dass in der familie irgendwas nicht stimmen kann, ist für mich offensichtlich. Wozu braucht jemand, selbst wenn er Sportschütze ist, 15 Waffen? Und dazu noch Automatik-Pistolen, kein Kleinkaliber, wie man es vom Biathlon kennt? Und wieso war eine Waffe (eine 9mm Beretta) und etliche Munition nicht weggeschlossen?Letztlich, was bringt einen Menschen dazu, sich selbst zu erschiessen?Irgendwie scheint bei Amokläufen ja dieses Ende vorprogrammiert. Ist es der Wunsch auf dem Weg zum eigenen Tod möglichst viele unschuldige mitzunehmen?Und kann man sich davor schützen?Schutz? Den wird es niemals geben können. Nicht vor Amokläufern oder vor Selbstmord-Attentätern. Der Irrsinn lauert überall. Mit Pech schon hinter der nächsten Tür…Wir müssen leider damit leben. Es macht auch keinen großen Sinn, jeden Menschen zu verdächtigen, oder krampfhaft dunkelhäutige Menschen mit Taschen zu beobachten. Da ist die Gefahr groß dass irgendwann eine Psychose auftritt…

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  4. Tag Doc … muss wohl erst einmal meine Aussage von gestern Nacht korrigieren. Nicht 17, sondern 16 Menschen … was natürlich trotzdem 16 zu viel sind.Ich weiß nicht, warum jemand ’ne Pistole im Schlafzimmer liegen hat. Wären wir im Ami-Land würde man sagen, dass das doch völlig normal ist … aber hier? Hmm … vielleicht hatte der Vater Angst vor Überfällen, weil Geschäftsmann. Finde es aber mehr als bedenklich … zumal mittlerweile feststeht, dass der Junge wegen Depressionen in Behandlung war. Irgendwie überschlagen sich ja seit gestern Abend die Meldungen um Stunden später wieder korrigiert zu werden. So zB hieß es gestern noch, er hätte den Amoklauf nicht im Internet angekündigt, heute Morgen hieß es, er hätte vor einem Jahr als Noch-Schüler der Albertville-Schule einen Amoklauf an seiner Schule angekündigt und heute Mittag hieß er hätte ihn in der Nacht auf Mittwoch angekündigt.Wie auch immer … all dieses Wissen ändert nichts an den Tatsachen.Sicher kann man sich davor nicht schützen – es sei denn man knipst sich selbst das Licht aus. Schlimm ist allerdings, dass sicher viele Jugendliche jetzt aus aktuellem Anlass wieder Angst haben und vielleicht gerade Mitschüler überkritisch beäugen, die einschlägige Baller-Spiele spielen, oder sonst irgendwie ‚auffällig‘ sind. Vielleicht wäre es schon eine Maßnahme bestimmte Spiele einfach generell zu verbieten, weil die Altersbeschränkung eh nix bringt, wenn es nicht auch konsequent umgesetzt und kontrolliert wird.

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  5. Ach Anette,die Ballerspiele verbieten? Das bringt doch nix. Nicht nur, dass Hardcore-Gamer sich die auf dem Index stehenden Spiele dann eben im Internet besorgen, ist das schiessen mit virtuellen Waffen ganz was anderes als im richtigen Leben. Ich habe bei der Bundeswehr Kontakt mit Waffen gehabt, und ich muss Dir sagen, ich kann keine Menschen verstehen, die sich dieses ganzen Magazine zu den Waffen kaufen, und dann fachsimpeln welche "Knarre" besser ist. Ich spiéle selber auch mal ganz gerne Ballerspiele. Erstens ist es wirklich mal ganz gut Frust abzubauen. Sonst müsste ich mal wieder auf den Sandsack einprügeln, was ich momentan wegen meinen kaputten Schultern nicht kann. Zum anderen interessiert mich natürlich als EDV-ler die Grafik, und die KI (künstliche Intelligenz) die so ein Spiel hat. Ich denke es liegt nicht nur an den Ballerspielen. Viele Faktoren gehören dazu. Wenn Eltern zulassen, dass Ihre Kinder den ganzen Tag in der Bude hocken, und nur am PC rumhängen, anstatt mit gleichaltrigen draussen zu spielen, das bringt die Psyche durcheinander. Das fehlen sozialer Kompetenz, Konfliktbewältigung, Empathie-Defizit.. All das kommt meiner Meinung nur dadurch. Es müsste ein Gesetz geben, dass Kinder mindestens 2 Stunden am Tag draussen mit anderen spielen müssen…

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  6. Nee … es sind gewiss nicht nur die Baller-Spiele … auch wenn es da sicher auch große Unterschiede gibt. Bin da nicht so bewandert was solche Spiele angeht … aber wenn ich sehe, dass es nur ein pures Rumgeballer ist und nichts mehr mit Strategie oder was auch immer zu tun hat, kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Du siehst es aus der Sicht eines Erwachsenen und spielst MAL um Frust abzubauen, aber ich möchte nicht wissen, wie viele Jugendliche einen Großteil, wenn nicht ihre komplette Freizeit mit solchen Spielen verbringen. Ob solches exzessive Spielen wirklich dem Frustabbau dient, oder nich eher das Agressionspotenzial noch steigert, je nach dem wie der Einzelne veranlagt ist?Ebensowenig wie es jemals ein Gesetz geben wird, welches regelt, WER überhaupt Kinder in die Welt setzen darf, wird es jemals eines geben welches regelt, wie Eltern ihre Kinder zu erziehen haben.

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