Komm, wir fahren nach Amsterdam


 

Ich weiß auch nicht, warum ich diesen Satz immer wieder im Sinn habe – warum ich schon seit Tagen (tag-)träume von dir und mir in Amsterdam. Es war eine fixe Idee von mir – letztes Jahr, im Juni, an diesem Sonntag, der unser letzter sein sollte. Ich hätte damals im Traum nicht damit gerechnet, während du es da vielleicht schon gewusst hast. Ich sehe immer wieder diese Szene vor Augen. Es war warm an diesem 22. Juni  sehr warm und ich trug mein Lieblingskleid – ein Batik-Kleid – kurz, blau und längst verwaschen, aber ich kann mich einfach nicht davon trennen. Wir waren auf der A2 unterwegs – deine Hand auf meinem nackten Oberschenkel, die ich doppelt intensiv spürte, weil wir vor unserer Abfahrt gestritten hatten. Wir passierten gerade die Ausfahrt zur A30 am Kreuz Bad Oeynhausen, mein Blick fiel auf das Schild – Ausfahrt Richtung Amsterdam – und spontan sprach ich meinen Gedanken aus: Komm, wir fahren nach Amsterdam. Eigentlich war es in dem Moment nur ein Spaß. Als wir später in diesem Kaff beim Griechen saßen, hast du den Faden wieder aufgenommen. Scheinbar lies dich diese fixe Idee dann doch nicht los. Du wolltest mit mir nach Amsterdam und ich war so glücklich. Glücklich, weil der Streit für den Moment vergessen war und glücklich, weil du dabei warst gemeinsame Pläne zu schmieden. Es blieb dabei, denn nur wenige Tage danach hast du mich verlassen.

Gestern hatte ich ihn wieder – diesen Gedanken – bis deine Tochter anrief und mir erzählte, dass du in Italien bist. Der Gedanke rückte in weite Ferne. Es ist vorbei. Wir werden nie zusammen nach Amsterdam fahren – wir werden nie mehr zusammen irgendwohin fahren. Wie kann ich so bescheuert sein, noch Gedanken daran zu verschwenden und mich solchen Tagträumereien hinzugeben? Mein Verstand sagt mir, dass es nie mehr geschehen wird – allein mein Herz kann nicht von diesen Träumen lassen.

Nach dem Telefonat habe ich eine Zeitung aufgeschlagen. So ein typisches Frauen-Magazin, obwohl ich solche Zeitschriften sonst gar nicht lese. Ich war am Samstag zufällig bei REWE – wo ich ja normalerweise auch nicht hingehe – und an der Kasse fiel mein Blick auf diese Illustrierte. Ich überflog die Cover-Überschriften: Beauty – 10 Tipps für mehr Sex-Appeal, Coupons im Wert von 50 €, Sommersalate – Die besten aus aller Welt, Schick am Strand – Luftige Kleider für Beach-Party und Flaniermeile, bla, bla, bla – alles uninteressant – aber da: Lügen – Wann kann es die Beziehung retten? Okay – für 80 Cent kann Frau ja dann doch mal reinschauen. Vielleicht hat mich das Wort Beziehung grad magisch angezogen. Egal. Ich habe nicht begonnen darin zu blättern, wie man es sonst bei Zeitschriften tut – ich schlug sie einfach in der Mitte auf. Seite 68: Amsterdam – Stadt der Gegensätze. Welch ein blöder Zufall. Amsterdam lässt mich einfach nicht los.

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14 Kommentare

  1. Amsterdam ist ja auch eine sehr schöne Stadt. Habe da mehrmals Messen aufgebaut. Von daher kenn ich die Stadt a bisserl. Da gibt’s schon einiges zu gucken. Die Häuser und manche alten Hotels sind witzig. Die Treppen sind so steil, dass man glaubt, man würde eine Hühnerleiter hochklettern. Naja, und die Coffee-Shopjes sind auch nicht schlecht… und die lekker Maisjes… ;-)Wenn Du mal hinfahren willst, mach den Bogen über Dortmund, und lad mich ein. Ich hätte mal wieder Bock auf einen richtig guten ’schwarzen Afghanen’…Keine Angst… ich werde auf dem Hinweg meine Hände auf meinen eigenen Oberschenkeln lassen…und auf dem Rückweg bin ich dann eh zu müde…. ;-)

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  2. *lol* Eigentlich wollte ich mit dem Mann meines Herzens nach Amsterdam und da ich ja nunmal ein stures Stück bin … okay … den Rest kannst du dir denken. Aber danke, dass du mich zum lachen gebracht hast – nee … natürlich nicht über dich… ;-))Aber sag mal … den Afghanen kannst du dir doch sicher auch in Dortmund organisieren … oder? :-D

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  3. Na, in Holland weiss ich wenigstens, dass die Qualiteit stimmt.. Dortmund hat zwar eine umfangreiche Drogenszene, aber den "Vertriebs-Spezialisten" hier, würde ich nicht ein Gramm abkaufen. Da kann ich auch gleich selber Backpulver, Schuhcreme und Heu zusammenkneten, und in meinen Bong stopfen. Und freut mich, wenn ich dir ein lächeln auf’s Gesicht zaubern konnte.. So.. jetzt guck ich aber weiter RHPS…

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  4. Aaah … das spricht der Experte ;-) Da kann ich ja nun nicht mit aufwarten … in meine Papers kommen in der Regel nur 100 % Tabak … und nachdem die Niederländer ihren Nichtraucherschutz so drastisch verschärft haben, würde ich mich wahrscheinlich gar nicht trauen, in irgendeinem Coffee-Shop was härteres als ’nen Keks zu bestellen :-D

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  5. Achja, die guten, alten Haschkekse… Hatte mal, als ich noch zur Schule ging, eine Bekannte.. das kleine Luder hatte mich zum Teetrinken eingeladen (und wie zufällig waren Ihre Eltern den Tag verreist), und mich dort mit Haschkeksen und reichlich Haschisch im Tee ’schmusig‘ gekriegt.. lach… von Daher: VORSICHT bei Keksen von Fremden (und von Mädels, die gerne ihr Stück Dr.H. haben wollen!). Das THC löst sich nämlich gut in heissem Tee mit Milch, und Keksen.. Dazu der Link:http://de.wikipedia.org/wiki/Tetrahydrocannabinol

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  6. Hach wie gut, dass ich von Fremden generell keine Süßigkeiten annehme ;-) Wer mich gefügig machen will, muss sich schon was besseres einfallen lassen :-P

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  7. Mensch Anette das ist aber auch immer ein Mist… warum fällt denn das loslassen und vergessen manchmal so schwer… Vielleicht fährst du irgendwann noch nach Amsterdam mit dem "Richtigen" lach… meine Mam mit 55 ist auch seit 2 Jahren im zweiten Frühling… das läßt doch hoffen… ganz liebe Grüsse von mir

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  8. Klar Cyntia … die Hoffnung stirbt immer zuletzt … und irgendwann fahre ich auf jeden Fall nochmal nach Amsterdam ;-)Warum das Vergessen manchmal so schwer fällt? Ganz einfach… unser Hirn ist nunmal leider keine Festplatte, die man bei Bedarf löschen oder neu formatieren kann und unser Herz (oder zumindest meins) weigert sich bisweilen den Menschen zu vergessen, für den es schlägt.P.S. Hab es inzwischen geschafft … auch wenns grad nix mit dem Thema zu tun hat ;-)

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  9. @Anette – Was hast Du geschafft? Dein Hirn neu zu formatieren? Dann gebe mir mal die Anleitung (Aber bitte in leicht verständlicher = Männerintelligenz tauglicher Form!).. ich müsste auch mal dringend ins Land des Vergessens.. Aber ich würde gerne die letzten 30 Jahre löschen. Die ganzen schlechten Erfahrungen weglöschen, die mich dazu bringen, hinter allem eine Falle, Unehrlichkeit und Abzocke zu sehen. Kann einfach nicht mehr unvoreingenommen fremden Menschen gegenüber sein, die so nett sind, und nur mein Bestes wollen!…. Von daher komme ich mir manchmal wirklich wie ein einsamer alter Wolf vor.. Nicht mehr Rudeltauglich.. Vielleicht wäre Naivität und Dummheit, und das nicht über den Tellerrand hinausschauen können, wirklich die Lösung für ein ‚glückliches‘ Leben?

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  10. Ey Doc … ich glaube, du hast da etwas missverstanden. Das P.S. an Cyntia hatte absolut nix mit löschen oder neu formatieren zu tun … daher auch der Zusatz mit dem Thema ;-)30 Jahre??? Will sagen, dass du gern noch mal als Spätpubertierender ohne einschlägige Erfahrungen anfangen würdest? Na ja … man wünscht sich ja bisweilen schon nochmal jung zu sein, weil man manches dann sicher anders machen würde, aber es wären mit einem Schlag auch viele schöne Erfahrungen futsch … und die will man doch eigentlich auch nicht missen … oder?Es gibt ja diesen netten Spruch … Das Glück ist mit den Dummen (oder so ähnlich). Vielleicht ist da wirklich was dran, dass man glücklicher lebt, wenn man sich weniger Gedanken macht – wobei vermutlich aber jeder den Begriff Glück für sich selbst anders definiert … oder? Ich weiß ja auch nicht. Glaube, ich bin heute auch irgendwie unentschlossen… :-D

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  11. HI cara…es ist ziemlich lange her das ich hier war..es ist überhaupt lange her das ich überhaupt im internet war…na ja und amsterdam kam gerade richtig da ich ja vor ein paar tagen zürück gekommen bin von dort…sehr schön da kann ich dir nur empfehlen also fahr einfach mal hin…es lohnt sich… :D ich wär gerne dort geblieben… hoffe dir geht es gut …ein ganzen lieben gruss und sag mal bis bald…un abbraccio Antonella

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  12. Ciao Bella … und weißt du, dass ich grad gestern noch an dich denken musste? Ernsthaft … aber vermutlich weil du eben so lang nicht online warst. Und sag mal … warst du nicht letztes Jahr erst in Amsterdam? Unverschämtheit ;-)))Freue mich aber über dein Lebenszeichen…drück dich und liebe Grüße zurück :-)

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  13. Nach Amsterdam möchte ich auch einmal. Obwohl ich nicht irgendeine Verbindung dazu habe. Einfach mal so, weil es eine so schöne Stadt sein soll. Gibt aber auch noch andere schöne Städte. Paris zum Beispiel. Oder Venedig. Dort ist es einfach genial. Es gibt auch noch andere schöne Männer. Meine Mutter pflegte immer zu meiner Schwester zu sagen: "Sei nicht traurig, es gibt nicht nur’ne Hand voll, sondern ein ganzes Land voll…"Allerdings kenne ich es auch, wenn man selber etwas noch nicht abgeschlossen hat, dafür aber jemand anderes es getan hat und dieser Jemand einen mit seinen Gefühlen alleine lässt. Gruselig wie manchmal ein Duft, ein Geräusch oder einfach nur die Wärme eines Sonnenstrahls einen wieder in einen Zustand zurückversetzen kann, den man längst schon überwunden geglaubt hatte.Ich wünsche Dir alles Gute und irgendwann mal eine nette Begleitung nach Amsterdam!

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  14. Dank dir für deine Wünsche. Ja … es ist übel, wenn einen die Vergangenheit einholt – ob man will oder nicht – und es macht die ganze Sache nicht grad leichter.Auch wenn’s schon 19 Jahre her ist, seit ich dort war, so hab ich Amsterdam doch noch als wirklich schöne Stadt in Erinnerung. Trotzdem … wenn ich es grad nüchtern betrache … muss ich ja nicht unbedingt nochmal hin. Aber wer weiß… ;-)

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