Fünfzig Cent


 

– oder eine kleine Weihnachtsnachlese.

Wie sagte schon Chevy Chase alias Clark Griswold in Eine schöne Bescherung: Weihnachten ist doch was gefühlsechtes. Diese Bescherung habe ich leider verpasst – aber wer hat auch schon an Heiligabend Zeit und Lust sich um viertel nach 8 vor die Glotze zu setzen? Für Gefühlsechtheit blieb irgendwie auch nur wenig Zeit – zumindest an diesem Abend. Vielleicht hatte ich mir einfach auch nur zu viel vorgenommen – im letzten Jahr waren die Feiertage irgendwie nur desaströs und diesmal sollte alles einfach nur schön werden. Frische Ravioli, Lammkeule in Rotwein mariniert… ich hatte mir echt was vorgenommen um ein tolles Heiligabendmahl zu zaubern.

Schon 2 Tage vorher war ich ziemlich genervt. Ich wollte extra frühzeitig einkaufen, damit der heilige Abend nicht völlig in Stress ausartet und der folgende Einkaufmarathon war nervig, so wie erwartet. Irgendwie scheinen doch viele Menschen zu glauben, dass die Geschäfte nach den Feiertagen leer sind, oder irgendwelche Naturkatastrophen über einen hereinbrechen, die einen tagelang ans Haus fesseln! So ließen wir uns von den Menschenmassen durch die Geschäfte dirigieren und ich war heilfroh, als das Nötigste besorgt war. Blöd auch, dass wir wegen ein paar läppischen Giabattas mehrere Supermärkte frequentieren mussten, weil mein Lieblingsbrot im bevorzugten Geschäft schon alle war. Werde im nächsten Jahr am besten schon zu Ostern mit den Weihnachsteinkäufen anfangen, um sicher zustellen, dass ich auch alles bekomme was ich möchte.

In Ermangelung eines Ravioliausstechers wollte ich die Vorspeise schon streichen, bzw. durch etwas anderes ersetzen. Man stelle sich Katha’s Gesicht vor, als ich es vorsichtig andeutete. Blankes Entsetzen und der vorwurfsvolle Hinweis, dass ich es doch versprochen hätte. Also musste ich mich doch noch auf die Suche nach einer Alternative begeben. Gar nicht mal so einfach, denn wenn es um solche exotischen Dinge geht, ist Frankenberg doch echt ein Dorf. Ich hätte einen Keksausstecher kaufen können, aber der beinhaltete gleich das komplette ABC (für Menschen die ihrer Kekse gern mit kleinen Botschaften versehen möchten) und war mir mit 7,95 € dann doch zu teuer. Letztendlich haben wir ein Sternförmchen zweckentfremdet – war zwar etwas mühselig, aber passte prima zum Anlass. Auch wenn Katha der Meinung war, die Ravioli würden nach Waschpulver schmecken (blöderweise hatte ich sie auf einem frisch gewaschenen Tuch ausgebreitet, bis sie in den Kochtopf wandern sollten) und es doch relativ spät wurde, eh ich alle am Tisch hatte, so wurde es doch noch ein gelungener Abend. Genug zu essen und zu trinken und keine langen Gesichter bei der Bescherung … und so gelungen, dass mir Katha später für den schönen Abend gedankt hat – das hab ich auch schon Jahre nicht mehr erlebt :-)

Ach ja – kurz vorm Fest fiel meinem Bruder dann noch ein, dass ich doch lieber für Wintereifen sorgen soll – vonwegen, was alles passieren kann, Bußgeld, Punkte in Flensburg et cetera pp. Also bin ich ein Tag vor Heiligabend doch noch in die Werkstatt gedüst. Was dabei raus kommt, wenn man gezwungen ist nutzlos durch Geschäfte zu schlendern, während man auf den Wagen wartet, sieht man oben. Ein Weihnachtsbaum für 50 Cent! Nicht echt, nicht groß, aber niedlich – und da die Geschenke auch nicht so riesig waren, hat das schon irgendwie gepasst ;-)

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2 Kommentare

  1. Ist ja dann doch noch alles gut gegangen. Vor allem, wenn Katha gedankt hat, sagt die TinaFrau! Das wäre etwas ganz besonderes für Mädels in dem Alter!! Verstehe ich gar nicht…so ein Zungenschlabber sollte bei jedem mal drin sein….stups

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