… es werde (mal wieder) Licht


 

Oke – da mein Macho-Arsch mich wohl grad versetzt, oder wieder eingepennt ist, brauch ich jetzt ja nicht zwingend noch was zu kochen – und da ich nicht zwingend kochen muss hätte ich ja dann auch grad mal wieder Zeit und Muse ’nen Blog zu schreiben ;-)

Ja – zu dem Lämpchen, welches doch schnell eure geschätzte Aufmerksamkeit geweckt hat, gibt es eine nette, kleine Geschichte, denn es hat mich ganz nebenbei zur Betrügerin mutieren lassen. Ich bin schon Anfang Juni zufällig im Baumarkt darüber gestolpert, als wir in Sachen Renovierung von M.’s Wohnung unterwegs waren – ausnahmsweise wollte ich eigentlich gaaar nichts kaufen. Baumärkte üben ja irgendwie eine magische Anziehungskraft auf mich aus – hatte ich das schon erwähnt? Ich liebe den Geruch von Holz – ergo generell den Geruch im Baumarkt -, all die tollen Dinge, die man dort kaufen kann und gehe eher nie mit leeren Händen da raus. Just an diesem Tag bin ich mal wieder durch die Lampenabteilung geschlendert. Hatte schon lange im Hinterkopf mal nach was Neuem für die Küche Ausschau zu halten, weil dort immer noch das alte Teil aus Zeiten vor meiner Ehe hing – also gefühlte hundert Jahre alt, schwarz (was ich in den 90ern sooo toll fand) und mit einer Scheibe aus Plexiglas, die im Laufe der (mittlerweile) Jahrzehnte nicht grad ansehnlicher geworden war. Seit Wochen stand auf dem Plexiglas schon wieder Sau (oder was ähnlich deftiges) drauf, weil ich mit dem Staub putzen mal wieder nicht hinterher gekommen war. Aber zurück in die Lampenabteilung. Viele Lampen waren grad um 50% reduziert – da schaut Frau doch gerne zweimal hin – und da hing sie: meine Lampe. Die wollte ich haben oder keine! Wie Frau nun mal so ist, tigert sie stundenlang drum herum, überlegt, wägt ab um dann doch den Kauf zu verschieben und erst noch einmal drüber zu schlafen. Männer sind ja da ganz anders – denk ich doch ;-) Glaube, ich bin aber dann am nächsten Tag direkt wieder hin, um sie dann doch zu kaufen. Frau schleppt die Lampe auch nicht nachhause um sie direkt aufzuhängen (was vermutlich die meisten Männer tun würden), sondern legt sie erst einmal auf Halde, weil ja die Küchendecke erst noch gestrichen werden muss – und wenn Frau schon die Decke streichen muss, renoviert sie doch gleich den ganzen Laden und hängt dann erst was neues auf, weil das ja nun mal Arbeit spart. Gesagt, getan und nachdem M.’s Wohnung Ende Juni soweit fertig war, hatte ich endlich auch mal wieder Zeit mich um meine eigenen vier Wände zu kümmern. Am 2. Juli, nach einer Woche mit schweißtreibenden Temperaturen, war ich endlich fertig mit dem Streichen. Am nächsten Tag, dem Samstag, wollte M. mir noch schnell die Regale anbringen und die Lampe aufhängen und ich freute mich schon drauf zeitig fertig zu werden, weil um 16:00 Uhr ja schließlich das Viertelfinalspiel gegen Argentinien angepfiffen werden sollte und wir zum Public Viewing pünktlich beim Lieblingsitaliener sein wollten. Als schon alles vorbereitet war und ich die Lampe auspacken wollte, rutsche mir der ganze Kram aus der Hand und knallte auf den Tisch, der natürlich noch voll lag mit diversem Krempel. Am Rande bemerkt herrschten inzwischen schon wieder Saunatemperaturen in meiner Küche. Fazit: Der Lampenschirm war komplett zerbrochen und ich hätte mich sonst wohin beißen können. M. meinte spontan ich solle sie zurückbringen und sagen, dass sie schon kaputt war und ich erwiderte genauso spontan und ohne weiter darüber nachzudenken, dass ich das auch tun werde. Ich hatte noch ’ne Stunde Zeit bis zum Spiel und dachte, dass ich das ja ganz locker schaffe. Also flugs in den Baumarkt und direkt zur Information um meine kaputte Lampe zu reklamieren, aber dort standen schon einige andere Leute wartend in der Schlange. Unglaublich – nur noch ’ne knappe Stunde bis zum Spiel und so viele Männer lungerten noch im Baumarkt rum??? Endlich an der Reihe trug ich der netten Dame an der Information mein Anliegen vor (ganz souverän und ohne rot zu werden)

Ich: „Ich hab‘ kürzlich hier diese Lampe gekauft und als ich sie vorhin ausgepackt habe, musste ich leider feststellen, dass der Schirm völlig zerbrochen ist.“
Sie: „Ja – okay. Wollen Sie die Lampe umtauschen?“
Ich: „Ja klar – unbedingt, wenn noch so eine zu kriegen ist.“
Sie: „Na dann schauen Sie mal und wir tauschen sie einfach um.“

Na super. Ich schnell zur Lampenabteilung gehechelt, aber Fehlanzeige – die Lampe gab es inzwischen nicht mehr – einzig die Musterlampe baumelte einsam unter der Decke. Ich also wieder zurück zur Information und wieder hieß es warten, weil inzwischen noch andere Kunden so kurz vorm Deutschlandspiel die Dame belagerten. Endlich war ich wieder an der Reihe!

Ich: „So was Blödes – die Lampe gibt es nicht mehr.“
Sie: „Ja – die war ja auch schon reduziert, weil die Kollektion wieder wechselt. Also kriegen wir die auch nicht mehr rein.“
Ich: „Hmm – ich möchte die aber unbedingt haben. Was ist den mit der Musterlampe? Die hängt ja noch. Kann ich die nicht bekommen?“
Sie: „Moment – da muss ich erst einmal jemanden rufen…“

Also wieder warten…

Sie (betrachtete den Kassenbeleg): „Ich sehe grad, dass es ja schon ’ne Weile her ist, seit sie die Lampe gekauft haben…“
Ich: „Stimmt. Schon ein paar Wochen. Ich wollte halt erst meine Küche streichen, bevor ich sie aufhänge.“
Sie: „Aha…“
Ich: „Jaaa – und gestern bin ich endlich fertig geworden. Wollte vorhin die Lampe dann endlich aufhängen und dann sowas (stöhn). Echt ärgerlich, weil ich ausgerechnet diese Lampe unbedingt haben wollte…“

Endlich kam doch noch eine Dame, die befugt war sich um mein Anliegen zu kümmern und mir zu einer neuen Lampe verhelfen sollte. Selbst abhängen wollte sie die Musterlampe natürlich nicht – ergo musste ich noch länger warten, weil unverschämterweise um viertel vor vier immer noch Kunden bedient werden mussten. Kurz danach hielt ich sie aber dann endlich in Händen und erbettelte mir auch gleich noch das Montagematerial, das ja schließlich noch unversehrt im Originalkarton lag. Die Dame war dann auch noch so freundlich mir die Lampe notdürftig, aber einigermaßen bruchsicher zu verpacken und dann konnte ich endlich abhauen. Was für eine Odyssee! Zuhause angekommen noch flugs ins Bad, weil ich inzwischen mehr als durchgeschwitzt war. Ich war grad fertig als aus der Stadt die ersten Jubelschreie und Vuvuzela-Getröte erschallten. 1:0 für Deutschland und ich hatte es nicht gesehen – aber es gab ja schließlich Wichtigeres ;-)

Kurz drauf beim Italiener fragte mich M. ob ich das denn jetzt mit meinem Gewissen vereinbaren könnte. Oh jaaa – auch wenn ich sonst ein grundehrlicher Mensch bin – in dem Fall kann ich das :-D

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2 Kommentare

  1. Ich glaube, das war der Verkäuferin schon klar – also hätte ich auch keine Gewissensbisse; Holz rieche ich auch gern, aber daß ein Baumarkt gut riecht, hab ich so noch nicht festgestellt – vielliecht witterst du einfach die vielen schönen Möglichkeiten?btw: wenn in meiner Wohnung jemand Sau o.ä. irgendwo reinschmierte, dürfte sich der- oder diejenige warm anziehen und in Zukunft seinen Staub und seine Meinung woanders ablagern …

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  2. Wie jetzt? Du meinst, die wusste, dass ich die Lampe selbst zerdeppert habe???Nee … die Sau auf der alten Lampe hab ich schon mit Humor genommen. Außerdem bin ich solche ‚Ferkeleien‘ schon gewohnt. Katha malt auch immer noch gern auf beschlagenen Scheiben rum – was dann auch immer mal wieder zum Vorschein kommt – also was soll’s. Die Alte ist nun eh weg und an der Neuen bleibt – dank ihrer Form – so schnell kein Staub haften ;-)

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