Aufgeschnappt in einem Kommentar


 

Hungrig bin ich, will deinen Mund, deine Stimme, dein Haar,
und durch die Straßen zieh ich ohne Nahrung, schweigend,
nicht sättigt mich das Brot, die Frühe lässt mich schwanken,
ich suche den fließenden Klang deiner Schritte am Tag.

Mich hungert nach dem Fehltritt deines Lachens,
nach deinen Händen, von bebender Kornkammer gefärbt,
ich habe Hunger nach der blassen Kuppe deiner Fingernägel,
deine Haut möchte ich essen wie die ungebrochne Mandel.

Den Blitz begehr ich, der sich in deine Schönheit gebrannt,
die souveräne Nase im arroganten Gesicht,
möchte essen den flüchtigen Schatten deiner Wimpern

und hungrig geh ich hin und her, witternd in der Dämmerung,
und wie ein Puma in der Einsamkeit von Quitratúe
suche ich dein brennendes Herz.

Pablo Neruda (1904-1973)

 

Schon ein bisschen bizarr, aber es hat mich förmlich angesprungen –

und Hunger hab‘ ich auch – immer.

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3 Kommentare

    1. Ja, ja, jaaa…

      nicht Hunger im Sinne eines physischen Bedürfnisses – nee … eher aus dem tiefsten Innersten heraus.

      Ich war heute in dem Blog einer Verstorbenen unterwegs. Dort bin ich auch in einem Kommentar auf das Gedicht gestoßen – wohlgemerkt ein Kommentar eines Besuchers. Konnte mich nicht von diesem Blog losreißen – auch irgendwie bizarr. Oder ist das morbide?

      Jetzt komme ich irgendwie gar nicht zur Ruhe … und der Rotwein ist auch alle – blöd aber auch!

      Gefällt mir

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