Geschrieben


 

Diese Karte habe ich vor wenigen Minuten geschrieben, nachdem die Worte schon seit vorgestern durch mein Hirn geisterten. Wie verletzt, zynisch und provozierend das klingt, weiß ich – ob ich diese Worte letztendlich abschicken werde, darüber denke ich noch nach. Aber was habe ich auf der anderen Seite noch zu verlieren? Stolz? Überlegenheit? Letzteres will und muss ich nicht sein.

Ach ja – die Vorderseite dieser netten Postkarte war an anderer Stelle schon mal zu sehen.

Der Kummer, der nicht spricht,
nagt leise an dem Herzen,
bis es bricht.

William Shakespeare (1564-1616)

(Spruch des Tages – aus der Zeitung von gestern)

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50 Kommentare

  1. Das ist wirklicher Ausdruck von Schmerz – wenn du es abschickst und da er dich kennt, müßte er das eigentlich wissen, also wird es ihn nicht überraschen. So gesehen, kannst du es halten wie du willst, es wird keinen Schaden anrichten können, aber echten Nährwert hat es auch nicht. Tatsächlich hast du weniger als nichts davon, falls du dich irgendwann mal darüber ärgern solltest, es getan zu haben – aus welchem aller möglichen Gründe auch immer.
    Das mußt du selbst am besten einschätzen können, wie oft du solche Aktionenen schon – ohne Reue – gemacht hast.

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    1. Am meisten bereue ich gerade, dass ich am Samstagabend noch eine MMS geschickt habe mit Text in einer Sprache, die er früher so geliebt hat – in der Hoffnung, er versteht diese Sprache wieder, wenn er ’nen lichten Moment hat – und ich bereue, dass ich fast gebettelt habe, dass er doch wenigstens mit mir reden soll (Letzteres am Sonntag – danach NICHT mehr!)

      Nach der Trennung in 2008 habe ich einige blöde Sachen veranstaltet. E-Mails, unzählige SMSen und Anrufversuche – wenn ich gekonnt hätte, hätte ich mich wahrscheinlich auch noch vor seiner Wohnungstür angekettet, in der Hoffnung wenigstens ein Wort mit ihm reden zu können. Zu Weihnachten gab’s Gedanken an M. (du kanntest meinen Blog ja schon zu WindowsLive-Zeiten und kannst dir denken, was ich da verschickt habe) und last but not least zu seinem Geburtstag im Jahr darauf habe ich ihm eines seiner T-Shirts geschickt mit besten Wünschen zum Geburtstag – getragen natürlich ;-) Von all diesen Aktionen habe ich nicht eine wirklich bereut – ich habe immer nur das getan, von dem ich meinte es tun zu müssen. Nicht geleitet von Verstand, nicht rational und nüchtern, sondern einfach aus (m)einem Gefühl heraus.

      Sicher hast du Recht – es wird nicht wirklich Schaden anrichten, aber auch nicht wirklich helfen. Mir war es heute Morgen schon Genugtuung und eine gewisse Befriedigung diese Zeilen überhaupt zu Papier gebracht zu haben – nicht als Mail, nicht als SMS, sondern fast schon altmodisch und mit Gefühl, wie man es fast nur empfinden kann, wenn man etwas handschriftlich festhält. Weiß nicht, ob du grad verstehtst wie ich es meine, aber ich denke schon. Was ich damit machen werde, weiß ich nun immer noch nicht – meine Schwester meinte spontan ich soll es abschicken, aber mir reicht es im Moment noch die Karte hier liegen zu sehen, zu wissen was drauf steht und für wen es bestimmt ist.

      P.S. Das es so schmerzvoll klingt, war mir nicht bewusst. Danke dafür :-)

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  2. Solch ein Text würde bei mir dazugehören, zu den «Briefen, ins Wäschefach geschrieben»

    Sei mal ehrlich: Der Text ist doch für Dich wichtig, nicht für die Person, die Dich verlassen hat?

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    1. Bis jetzt habe ich alles, was ich geschrieben habe – ausgenommen den Großteil meines Blogs – auch abgeschickt. Zu deiner Frage: Lies mal, was ich u.A. eben auch auf Puzzles Kommentar geantwortet habe. Darüber hinaus war ich mir zwei Tage lang ziemlich sicher, das nicht nur zu schreiben, sondern auch direkt in den Briefkasten zu werfen. Wirklich halbwegs rational zu denken… damit habe ich erst heute angefangen. Lies vielleicht mal ein paar von meinen ganz alten Blogeinträgen – dann verstehst du auch die Geschichte ein bisschen.

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    1. Zurückhaltend inwiefern? Um die männlichen Gefühle zu schonen? Ich seh das grad nicht klar…

      P.S. Ich bin grad sehr an männlicher Sichtweise interessiert – ich komme mit dem Mars-Venus-Gedöns nämlich grad gar nicht klar. Trau dich – oder alle anderen Männer, die es lesen.

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    2. Falsche Antwort insofern, dass ich gefragt hatte, inwiefern jemand (welcher jemand?) zurückhaltend sein muss, damit DU es zu schätzen weißt – und ob es da um männliche Gefühle geht. Du hast „eija“ darauf geantwortet – eine Antwort, mit der ich nichts anfangen konnte, weil keine plausible Antwort auf meine Frage.

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    3. Ach Gottchen – warum liebt man jemanden, resp. warum liebt man jemanden sooo sehr? Mir fällt da grad der letzte Artikel vom DreckFrosch ein – okay … euer Lordschaft formuliert teilweise sehr überspitzt und sarkastisch, aber trotzdem. Ich könnte auch sagen, weil jeder Tag und/oder jede Stunde ohne ihn schon ein Tag/eine Stunde zu viel ist, weil ich mich einfach nur als halber Mensch fühle, wenn er nicht bei mir ist und der Gedanke, er könnte gar nicht mehr an mich denken einfach unvorstellbar ist. Er ist der Mensch ist, der mich so gut zum Lachen bringen konnte, aber auch gleichzeitig zum Weinen und er hat einfach meine Seele berührt hat – aber frag mich jetzt nicht, wie Mann das macht.

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    4. @ anima: ich glaub, ich treff nicht mehr den richtigen Kommentar von Dir. weil mir auch gar nicht klar ist. ah oke. vllt wars mir schon mal klar?? wie ich auf deine Antwort um 21:02 antworten könnt. also direkt.

      eija bezieht sich auf:

      1. Um die männlichen Gefühle zu schonen?

      2. Ich seh das grad nicht klar…

      3. P.S.

      4. Ich bin grad sehr an männlicher Sichtweise interessiert

      5. – ich komme mit dem Mars-Venus-Gedöns nämlich grad gar nicht klar.

      6. Trau dich – oder alle anderen Männer, die es lesen.

      okee???

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    5. Hmm – das „eija“ kam zwar als Antwort auf meinen Kommentar von 20:22 Uhr, aber ich will ja jetzt keine Haare spalten ;-)
      Mir war es halt ein bisschen – wie soll ich sagen – pauschal(?) auf meine Fragen. Aber es bestätigt wieder nur meine selbst verfassten – oder suggerierten – Vorurteile gegenüber männlicher Denkweise, resp. der Art, wie Männer sich mit Frauen auseinandersetzen ;-)

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    6. hm, ja, oke. Das könnt wirklich Liebe sein:

      But all I’ve ever learned from love
      Was how to shoot somebody who outdrew you
      And it’s not a cry that you hear at night
      It’s not somebody who’s seen the light
      It’s a cold and it’s a broken Hallelujah

      Songtext von Hallelujah

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    1. Die Frage ist, ob ich üerhaupt noch eine Bestätigung brauche, oder mich die Erfahrung in solchen Dingen längst genug gelehrt hat!? Okay – in diesem Kontext – resp. hier im Blog – war das vermutlich ein bisschen unfair. Du warst zugegeben etwas abgelenkt und würdest vielleicht in direktem Dialog eher besonnen und überlegt antworten. Trotzdem hat mich die Erfahrung gelehrt, dass sich Männer wohl doch etwas schwer tun, wenn’s um die eigenen Empfindungen geht, oder wenn gar Probleme im Raum stehen, was wiederum vermuntlich wirklich auf das Mars-Venus-Gedöns zurückzuführen ist – eure Denkweise unterscheidet sich nunmal offensichtlich sehr von unserer (weiblichen) Denkweise. Diese vermeintliche(?) Tatsache hat gerade die Tage erst meinerseits eine entscheidente Frage (oder Fakt?) aufgeworfen: Die Natur ist pervers/resp. warum ist die Natur so pervers? Warum hat sie es so eingerichtet, dass Männer und Frauen zwar perfekt zusammenpassen, wenn es um die Erhaltung der Art geht (These: dass man ja auch unbewusst zu dem Partner tendiert, der physiologisch gesehen „passt“), aber was das Denken und Fühlen angeht so grundverschieden sind? Meine Nachbarn konnten mir auch keine Antwort geben, respektive eine Erklärung finden ;-)

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    1. Ich erinnere mich, daß dieses Lied in diesem Blog schon einmal thematisiert worden ist.
      Es ist auch überzeugend formuliert, wie du dich fühlst, wenn M. dir fehlt und was er dir bedeutet. Nur ist damit tatsächlich Harrys Frage beantwortet?
      Warum liebst du diesen Mann so sehr???“
      Das brauchst du ja hier nicht zu schreiben. Aber ich glaube wirklich, es wäre wichtig, es exakt zu formulieren.

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    2. Stimmt – und wenn ich jetzt kurz drüber nachdenke, ist es in der Tat schwierig die Frage nach dem „warum“ zu beantworten. Ein kleines „Weil…“ habe ich für mich im Kopf – aber wie du selbst bemerkst muss ich es hier nicht beantworten und möchte es auch nicht. Ich hab mich eh schon teils ausgezogen bis aufs Hemd – die Unterwäsche bleibt dann doch an ;-) Aber es ist vielleicht wirklich eine Frage, über die ich gerade in der momentanen Situation nachdenken sollte. Andererseits denke ich, wenn dieses Gefühl Liebe so greifbar wäre und leicht zu erklären wäre, müsste man über das „Warum“ wohl kaum nachdenken.

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    3. So kommst du nicht davon, wenn du wirklich eine Lösung brauchst, und das müßtest du eigentlich wissen.Die Liebe ist nicht die Liebe, weil sie die Liebe ist.
      Ebensowenig wie die berühmte Rose nichts als eine Rose ist. Das klingt bloß gut.
      Es gibt nicht einen einzigen Weg zum Gefühl, das man Liebe nennt, sondern es gibt viele Formen und es gibt immer Gründe dafür, die letzen Endes immer – selbst auf dem Umweg über den Körper – in der Seele münden.

      Meine Lieblings-Fehlassoziation bei englischsprachigen Songtexten hat auch mit Küchenstühlen zu tun, ganz wie in „Hallelujah“, und es war seinerzeit eine Zeile in Joe Cockers Song zum Film „9 1/2 Wochen“ diese: „You can leave your head on.“ Zu wissen, daß es sich tatsächlich bloß um einen Hut handelte, enttäuschte mich maßlos. – Du kannst machen was du willst, dich gehen lassen soweit du kannst, aber: Behalte deinen Kopf auf.

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    4. Mein Kopf ist noch oben und wird auch oben bleiben! Ich werde garantiert nichts veranstalten, von dem ich schon im Vorfeld annehmen könnte, dass ich es irgendwann bereuen werde. Aber ich werde den Teufel tun und meine Gefühle bis ins kleinste sezieren in der Hoffnung(?), dass von ihnen dann nicht mehr viel übrig bleibt und ich mein vermeintliches Problem auf diese Art löse.

      Heute habe ich das getan, was im Moment primär am Wichtigsten ist – mich fast ausschließlich um mich selbst gekümmert. Dinge getan, die mir gut tun und versucht so oft es ging meine Gedanken in eine andere Richtung zu lenken, wenn ich das Gefühl hatte sie fangen wieder an in eine Richtung zu galoppieren, wo sie unweigerlich nur in einer Sackgasse enden können. Ich habe es momentan nicht in der Hand die Dinge zu ändern – das muss ich für mich jetzt erst einmal akzeptieren. Die Mit-dem-Kopf-durch-die-Wand-Nummer funktioniert in dieser Beziehung nicht und ich muss jetzt grad weder durch irgendwelche Aktionen meine Gefühle beweisen, noch meine Verletzung zur Schau tragen – wer mich kennt, weiß was ich empfinde. Aus dem Grund liegt diese Karte auch immer noch dort, wo sie gestern schon lag – und je länger sie dort liegt, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie auch dort liegenbleiben wird. Es gab durchaus Zeiten, wo ich dachte, ich muss es ihn unbedingt wissen lassen, dass ER jetzt alles in der Hand hat – heute muss ich das nicht (mehr). Entweder es ist ihm auch ohne mein Zutun klar, oder er hat Pech gehabt.

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    5. oke man sollte sich nicht einfach gedankenlos fallen los. zb. andererseits weiß ich aus Erfahrung, wer zuviel denkt und grübelt kommt erst recht nicht weiter. und die Liebe ist nun mal eine Herzensangelegenheit. nix Kopf.

      da beißt sich die Maus auch nicht den Faden ab ^^

      ich würd daher sagen: Du kannst machen was du willst, dich gehen lassen soweit du kannst, aber: Sei Du selbst.

      mit oder ohne Kopf (H)

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    6. Über Liebe nachzudenken ist für manche ein Sakrileg, aber entweder man hat ein Problem, oder man kommt zurecht.
      Dazwischen sehe ich nichts anderes als Ehrlichkeit sich selbst gegenüber.
      Ob man das als Kopf- oder Bauchgefühl beschreiben möchte, mit dem man plötzlich auf die richtige Spur kommt, ist doch eigentlich nicht wichtig, aber sie muß man erstmal suchen.

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    7. wer sonst?

      es ist schon außergewöhnlich formuliert, für deine übliche Art, wenn du schreibst „Aber ich werde den Teufel tun und meine Gefühle bis ins kleinste sezieren in der Hoffnung(?), dass von ihnen dann nicht mehr viel übrig bleibt und ich mein vermeintliches Problem auf diese Art löse.“

      übrigens ein Satz, auf den ich gern als Kommentar bei deinem Folge-Blog und dem „Albtraum“ bezug genommen hätte. Aber du hast es ja schon gesagt: den Teufel wirst du tun, stattdessen. So kann man es natürlich auch halten. Jeder muß wissen, was ihn innerlich bereichert oder verarmt fühlen läßt. „Besessen“ (im schönsten und im schlimmsten Sinne) zu sein, ist für manche Lebensinhalt. Zumindest darüber nachzudenken, solltest du dir aber doch zumuten. Du bist doch kein Feigling.

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    8. Den Fehler, etwas erzwingen zu wollen, habe ich einmal gemacht und werde das jetzt nicht wiederholen – so zumindest mein Vorsatz. Sehen was geht ist gut – ergo werde ich jetzt erstmal nichts tun und abwarten.

      Da fällt ir grad ein, dass es langsam an der Zeit ist mein Bike flottzumachen. Frischer Wind um die Nase hat mir in solchen Situationen immer gut getan ;-)

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    9. Schon wieder zurück ;-) Bin dieses Jahr noch nicht viel gefahren und lasse es laaangsam angehen.

      P.S. Meine Waden werden aber auch durch’s Radfahren nicht dicker – leider ;-P

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    10. dann bist du eine der Glücklichen, die ohne Probleme jeden Schaftstiefel kaufen können, der ihnen gefällt und kannst dann auch noch die Jeans hineinstecken, wenn dir danach ist? menno …

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    11. Dass es glücklich macht, kann ich nicht grad sagen – ich kann zwar problemlos ’ne Jeans reinstopfen, habe aber andererseits das Problem was passendes zu finden. Die Meisten sind am Schaft einfach viel zu weit und das sieht dann richtig sch**ße aus. Also bloß nicht beneiden… ;-)

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    1. hm. wobei für sich nehmen Animus und Anima die Rolle eines Vermittlers zwischen Ich und Innenwelt ein.

      eija, aber so menschliche Verhaltensweisen sieht man heutzutage als biologische Gesetzmäßigkeiten. steht bei Wikipedia. und das ist auch typisch: ohne groß über diese Erkenntnis nachzudenken, widme ich mich gleich mal wieder der World of Warcraft (H)

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