Im Arsch*

BoDoWs Cartoon Blog

 

* Das musste jetzt so platt formuliert werden – jede blumige Umschreibung würde nicht das wiedergeben, was ich gerade empfinde.

Heute habe ich wieder auf dem blauen Sofa gesessen. Zielstrebig draufzu gesteuert und ohne zu zögern dort Platz genommen. Keine positive Veränderung (mehr) in diesem Sinne. Punkt. Aus. Mir ging es schon nicht gut, als ich auf dem Weg zum Termin war und auf dem Heimweg nicht wirklich besser. Das Gespräch verlief ziemlich überraschungslos – eben so wie erwartet, sprich: die Reaktion meines Therapeuten auf die Neuigkeiten war für mich voraussehbar. Er kennt meine – unsere – Geschichte nun schon seit Jahren, hat die erste Trennung miterlebt und begleitet und kennt alle Einzelheiten. Fakten eben, von denen sonst niemand weiß – weder engste Familienangehörige seinerseits und meinerseits, noch Freunde, noch  irgendjemand, der hier liest. Manche kennen bestenfalls Bruchstücke von all dem. Natürlich war seine Botschaft, resümierend aus seinen Erkenntnissen und Erfahrungen, unmissverständlich. „Frau O., vergessen Sie’s. Sie werden keine Antworten bekommen und auch keine Erklärungen. Sie können nichts ändern und schon gar nichts tun.“ Was werde ich jetzt tun? Ja – WAS mache ich jetzt? Wie wär’s mit Problembewältigung? Der Bewältigung des Problems, dass ich jetzt gerade habe. Ich bin nämlich weder froh ihn los zu sein, noch glücklich über die Situation und dieses Dilemma, in dem ich mich gerade wiederfinde. Mir standen zum Ende des Gesprächs schon die Tränen in den Augen. Aber nein – nicht schon im Gehen begriffen in Tränen ausbrechen. Also runterschlucken. Schnell die paar Meter bis zur Dönerbude. Weiter zusammenreißen und tapfer lächelnd aufs Essen warten. Auf den letzten Metern Heimweg durften sich die Schleusen langsam öffnen. Die große Heulorgie blieb dann nur aus, weil ich nicht gleichzeitig essen, hyperventilieren und heulen kann – aber sie wird kommen. Später, morgen, übermorgen…

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22 Kommentare

    1. Bedingt hab ich das in der Hand – ja. Manchmal kann ich es mit dem Schreiben kompensieren – so wie gestern – manchmal eben nicht und dann heule ich auch schonmal während ich schreibe. Aber ob mit oder ohne Tränen verschafft es doch immer wieder ein gutes Gefühl etwas losgeworden zu sein.

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    2. Ja, das ist wahr, man spült einiges weg, auch mit Worten; es hat eine ordnende, klärende Wirkung, Gefühle in Worte zu fassen und zu schreiben, aber seltsamerweise ist der „Sende-Button“ ganz entscheidend. Einfach nur Zettel schreiben ist dagegen vergleichsweise wirkungsarm.

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    3. Auf Zettel habe ich gestern auch geschrieben, oder besser gesagt in eine kleine Kladde – 11 Seiten am Nachmittag, als mir in meinen Flip-Flops fast die Füße abgefroren sind. Bin extra mit Schreibutensilien losgezogen, weil ich den Drang hatte einige Gedanken an ihn aufzuschreiben. Es waren viele der Gedanken, die mir schon seit Wochen durch den Kopf geistertern, von denen Manche bruchstückhaft wussen, von denen er aber kaum etwas wusste. Was damit jetzt passieren wird weiß ich noch nicht – ob ich alles sauber abtippe und dann den Sende-Button für E-Mails drücke, oder alles nochmal ordentlich auf Briefpapier schreibe und den Brief dann in den entsprechenden Briefkasten werfe, oder einfach nur hier irgendwo aufbewahre, ist im Moment auch nicht entscheidend. Aber all das erst einmal zu schreiben – wobei mir Manches wirklich nicht leicht fiel – hatte auch schon eine gewisse Wirkung. Zumindest habe ich mich anschließend besser als vorher gefühlt.

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    4. zumindest was mich betrifft, habe ich die Erfahrung gemacht, daß manche Gedanken endlich in treffende Worte zu fassen für mich wichtiger ist als für den „Auslöser“ – es hat mehr Einfluss auf die eigene Persönlichkeitsentwicklung, als man im ersten Moment glaubt, aber der andere weiß oft genig nicht, was er damit soll. Männer verbinden mit Worten in der Regel Handlungsanweisungen: „Tu das.“ oder „Lass das“. Mit „du sollst nur meine Position verstehen“ können sie nicht.

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    5. … was ja zugegebenermaßen auch nur die halbe Wahrheit ist. Natürlich hoft Frau, daß er das Gewünschte tut und das Unerwünschte läßt.

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    6. Stimmt – auch wenn es für mich ja grad weniger um tun und lassen geht, sondern mehr um einige offene Fragen. Ehrliche Antworten auf diese Fragen könnten wahrscheinlich eine Erklärung dafür sein, warum es letztendlich wieder in die Hose gegangen ist – oder vielleicht von Anfang an zum Scheitern verurteilt war. Alles nicht so einfach – und schon gar nicht, wenn der „Auslöser“ dichtmacht, abtaucht und sich nicht drum schert, dass der Andere Klarheit möchte und ER auch nicht sieht (sehen will), wie wichtig das für den Anderen ist.

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    7. Sinn und Inhalt haben sich auch so erschlossen ;-)

      Bist du wenigstens zeitig ins Bett gekommen? „Meine“ Homeboys hatten gestern Ausdauer wie immer – so war’s mal wieder halb 2. Dementsprechend gehts mir heute. Glaube, ich werde langsam zu alt für sowas ;-/

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    8. Zeitig im Bett, aber konnte nicht einschlafen, weil’s zu früh war – ich bin zwar gegen feste Gewohnheiten, aber die eine oder andere schleicht sich ein, und dazu gehört: schlafen? erst nach Mitternacht.
      Aber vielleicht hättest du vorschlafen sollen?

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    9. zum KOmmi oben: wenn sie keine Lust mehr haben zu kommunizieren, haben sie auch kein Mitgefühl mehr. Das gilt für vorübergehende Streitsituationen währenddessen wie für das Schweigen danach. Leider sind sie in der Hinsicht konsequent: Kommunikation ist zweckgebunden. Kein Zweck, kein Wort. Man kann ihnen dabei nur eines nicht vorwerfen: Boshaftigkeit; es ist völlig frei davon.

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    10. Also wirklich – wie kann ich auch sowas wie Mitgefühl von einem Menschen erwarten, der vorgegeben hat mich zu lieben!? *Ironie off*

      P.S. Boshaftigkeit würde ich auch nie unterstellen, aber diese Art der Gleichgültigkeit ist in einem solchen „Fall“ genauso schmerzhaft.

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    11. Wenn das mal klappen würde. Ich leide schon seit der Trennung von meinem Ex-Ehemann an Schlafstörungen – seitdem ist es mir nie mehr ganz leicht gefallen einzuschlafen, ohne das jemand neben einem liegt. Ohne laufende Glotze geht meist gar nix ;-(

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    12. Meinen ehemals offiziell Angetrauten? Nee – zum Trennungszeitpunkt eigentlich nicht. Später schon. Er hat sich damals auch wie ein Arsch benommen, obwohl ich ihm keine Steine in den Weg gelegt habe und mich aus meiner Sicht mehr als fair verhalten habe. Scheint so als hätte ich ein Händchen dafür immer wieder solche Typen anzuziehen.

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    13. Bestimmte Muster hat man/frau ganz sicher, über die man unbedingt nachdenken muß; für mich gesprochen, ist es relativ leicht erkennbar, daß das, was mich reizt, unter Umständen im Zusammenleben nicht zum sonstigen Anspruch paßt, außer es wäre ein ganz außergewöhnliches Exemplar, daß sich genau dieser Fallen bewußt wäre. Selten ist das so. Wäre ich nicht verheiratet, wäre ich vermutlich allein, zumindest sehrrrr lange. Meine Ansprüche sind so schwer zu erfüllen. *keinemoticonsetz*

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