Schluss mit lieb sein


 

Es gibt Tage, da könnte man die ganze Welt umarmen. Man wacht schon mit einem Lächeln auf den Lippen auf, weil man vielleicht etwas Schönes geträumt hat, weil man vorab schon weiß, dass es ein toller Tag werden wird, oder einfach nur in dem Bewusstsein geliebt zu werden – was an sich ja schon eine positive Grundstimmung erzeugt. Aber es gibt auch Tage die sind ganz anders. Man hat vielleicht schlecht geschlafen, noch schlechter geträumt, oder die Grundstimmung ist eher negativ, aus welchen Gründen auch immer. Bei mir überwiegen gerade die Ganz-anders-Tage. Ich habe zwar leidlich gut geschlafen, aber dafür umso schlechter geträumt – von wem, ist wohl nicht schwer zu erraten. Es war eine zufällige Begegnung im Traum und es kam zu einem kurzen Gespräch, nachdem er schon an mir vorbeigegangen war. Ich erzählte ihm von den Zeilen, die ich vor ein paar Tagen geschrieben hatte und von den Fragen, die noch offen sind. Seine Reaktion war nicht anders als erwartet: Es war ihm scheiß-egal.

Man könnte jetzt mutmaßen, dass sich die kleine Konversation über einen meiner letzten Beiträge dermaßen in ein Unterbewusstsein eingebrannt hat, dass ich zwangsläufig so etwas träumen musste. Wie auch immer – ich bin heute Morgen nicht mit einem Lächeln auf den Lippen aufgewacht und schon gar nicht in dem Bewusstsein geliebt zu werden. Ich bin grad so wütend, dass ich ihm die Eier abschneiden könnte – und würde er mir jetzt gegenüber stehen, würde ich mit Sicherheit jegliche Diplomatie über Bord werfen und meine gute Kinderstube vergessen. Wie kann ein einziger Mensch nur dermaßen viele Gefühle auslösen? Gleichgültigkeit wäre jetzt das, was angebracht wäre.

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2 Kommentare

  1. Klar kann das ein einzelner Mensch, darum sucht man sich ja genau diesen aus und hat das Gefühl, er sei die Erfüllung einer Prophezeihung.
    So etwas ähnliches ist das auch wirklich, nur ist eben – und das habe ich anderswo bei dir schon man kommentiert – so ein menschlicher Feuerwerkseffekt nicht unbedingt ein insgesamt gutes Zeichen. Ein Gutteil dessen, was einen so stark berührt, vor allem erotisch, hat zweigespaltene Wurzeln im Liebevollen und im Problematischen, ist ein klassischer Fall von „double bind effect“ (google das und inhaliere Wikipedia – wir alle sind davon mehr oder weniger betroffen); besser ist, man findet das beizeiten heraus, was es ist, denn genau der Effekt macht uns anfällig für Wiederholungen.

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    1. Vielen Dank für die schwere Kost ;-) – ich lese immer noch und bin mir grad nicht sicher ob ich heute noch fertig werde, resp. den Rest des Abends damit verbringen möchte :-D Aber interessant…

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