Heute, 16:00 Uhr


 

[…] würd‘ Erinnerungen gern töten,
seh‘ immer dein Gesicht […]

Bist du taub / Herbert Grönemeyer

 

Dieser Sonntag vor vier Wochen geht mir nicht aus dem Kopf. Ich sehe ihn wieder und wieder – wie er mit grimmig entschlossenen Blick die Treppe heraufkommt. Sehe ihn durch meine Wohnung gehen, sehe ihn neben mir sitzen und Sachen in seinen Rucksack stopfen.

Fühle noch seine Brust unter meinen Händen und rieche sein Parfum. Sehe noch das Funkeln in seinen Augen und höre immer wieder die Worte „Lass mich gehen!“

Sehe sein Gesicht nicht mehr, als er die Treppe hinunter geht, aber ich sehe mich – wie ich mir mehrmals hintereinander die Hände wasche, weil ich das, was ich immer so geliebt habe, in diesem Moment nicht (mehr) ertragen kann.

Wo ist die Löschtaste???

 

20:30 Uhr: Habe ihn gesehen – flüchtig. Er im Auto, ich im Auto. Sch**ße – so sollte es nicht sein!

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7 Kommentare

  1. Ich kann Dich verstehen, aber Dich nicht trösten und Dir auch nicht wirklich Zuversicht vermitteln … Auch, wenn ich weiß, daß es (irgendwann) (fast) (ganz) vergessen sein kann

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    1. Danke Emil – auch wenn das „irgendwann fast ganz“ relativ ist. Ich habe es bereits einmal 14 Monate lang nicht geschafft – und da hatten wir noch andere Voraussetzungen. Vielleicht diesmal? Vielleicht wird es diesmal aber noch länger dauern. Zu viele „vielleicht“… wir werden sehen.

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    2. Nun, es ist irgendwann fast ganz / irgendwann fast / irgendwann ganz / fast ganz / irgendwann / fast / ganz vergessen …

      Aber so ist das, was mensch das Leben nennt. Wär’s anders, wär’s langweiliger, viel langweiliger.

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  2. da gibt es nicht viel hinzuzufügen, zu Emils Kommentar; es wäre natürlich einfacher, wenn weder du noch er so nah an wahrscheinlichen Begegnungspunkten wohnen würdet, aber so ist es nun mal und eigentlich ist eine Begegnung im Auto noch das Gnädigste, für ein erstes Mal „danach“.

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    1. Es grenzt schon fast an ein Wunder, dass wir uns einen Monat überhaupt nicht begegnet sind – du weißt, wir wohnen nicht mal 100 Meter voneinander entfernt. Eigentlich hast du recht mit dem „gnädig“ – aber so sollte es trotzdem nicht sein. Ich wollte ihm begegnen – Auge in Auge – und sehen, ob es ihm jetzt wirklich besser geht als vorher.

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    1. Weit auseinander ist momentan nur schwer realisierbar. Diese räumliche Nähe jetzt in dieser Situation ist wohl für uns beide eine ganz neue Erfahrung – auch wenn ich nicht weiß, wie man(n) damit umgeht. Aber das sollte mich im Prinzip auch nicht interessieren. Wenn’s denn mal so einfach wäre, solche Gedanken abzuschütteln – denn ich für meinen Teil habe mit dieser räumlichen Nähe ein großes Problem.

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