Begegnung

Le Rendez-vous des chats ~ Édouard Manet (1832-1883)

 

Oder besser fast Begegnung. Ich bin ja nicht abergläubig – auch wenn die gestehen muss, dass ich bei dem gestrigen Datum kurz an eine schwarze Katze denken musste bevor ich das Haus verließ. Ich dachte auch noch darüber nach, ob es nun Unglück bringt, wenn sie den Weg von rechts nach links kreuzt oder umgekehrt, aber natürlich keine Sekunde darüber, ob ich nun das Haus verlassen, oder besser zuhause bleiben sollte. Natürlich hat keine schwarze Katze meinen Weg gekreuzt – stattdessen bin ich aber beinahe über einen schwarz-grauen Kater gestolpert und habe mich benommen wie eine komplette Idiotin!

Kaum hatte ich mich nach dem Einkaufen wieder auf den Heimweg gemacht, sah ich ihn plötzlich keine 50 Meter vor mir durch die Fußgängerzone schlendern. Hätte ich in dem Moment mein normales Lauftempo beibehalten, hätte ich ihn binnen kürzester Zeit überholen müssen. Also automatisch runter vom Gas und ebenfalls in extrem langsame Gangart verfallen. Weiche Knie und schlagartig trockener Mund – Adrenalin pur. Ich hasse es zu schlendern – und was, wenn er stehenbleibt, oder sich auch noch umdreht? Aber er blieb zum Glück nicht stehen und drehte sich auch nicht um. Stattdessen bog er kurz drauf nach links in einen Laden ab und ich hechelte nachhause. Dort angekommen immer noch weiche Knie und ich konnte mich kaum wieder einkriegen.

Bin ich eigentlich bescheuert? Ich bin schließlich eine erwachsene Frau und kein Teenager mehr! Was wäre so schlimm gewesen, wenn ich ganz normal weitergelaufen wäre, ihn überholt hätte und kurz Hallo gesagt hätte? Kann ich euch sagen. Ich kann ihm gerade einfach nicht so begegnen, als wäre nichts gewesen und als wäre alles in bester Ordnung und ich kann ihm nicht begegnen ohne ihn anfassen und umarmen zu wollen. Ich kann nicht jemanden heute wie einen guten Bekannten behandeln, der gestern noch mein Mann war – der zu mir gehört hat, zu meinem Leben und der immer noch in meinem Herzen ist. Ich kann es nicht und ich will es nicht. Inzwischen denke ich, es wäre besser gewesen, wenn es diesen Tag im September 2009 nie gegeben hätte – wenn er nicht nur aus meinem Leben verschwunden wäre, sondern auch verschwunden geblieben wäre. Jetzt fängt alles wieder von vorn an.

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9 Kommentare

    1. Also doch nicht so ganz idiotisch, resp. würde ich im E-Fall nicht allein als Idiotin da stehen? Das beruhigt mich jetzt ungemein!

      P.S. Mir wäre jetzt grad nach Eis – am Besten Ben & Jerry’s! So hörte ich doch die Tage erst, dass der Körper (und wahrscheinlich auch die Seele?) in solchen, von Liebeskummer dominierten Phasen, etwas Süßes förmlich braucht – um was auch immer zu kompensieren. Infolge exzessivem Rotweinkonsums sehe ich mich gerade außerstande schnell zur nächsten Tankstelle zu düsen, um das begehrte Eis zu kaufen, ohne meinen nicht mehr vorhandenen, weil durch neumodische Karte ersetzten Lappen zu riskieren. Lösungsvorschläge?

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  1. joa. bin auch grad am PC, und hör 3 doors down – Kryptonite / Superman (Music video)(Lyrics). aber das nur nebenbei. nur zu meiner Stimmung.

    eigentlich wollte ich auch was inhaltliches kommentieren. doch irgendwie konnte ich mich dann selbst nicht ganz verstehen und hab das wieder abgebrochen.

    eija, trotzdem schönes Wochenende noch.

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    1. Wenn du dich schon selbst nicht mehr verstehst, resp. verstanden hast, hätte es mich vermutlich erstrecht verwirrt – ergo war’s wohl besser, dass du es gelassen hast ;-)

      P.S. Dito.

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    2. ich find’s schade – er ist dann immer so ein bißchen wie eine hessische Pythia in männlich. Pythia“ nicht Python, das ist die Schlange miit 2 Augen. Die Python, nicht die Pythia. Die war menschlich. Wenn auch griechisch, nicht hessisch. Über Dämpfen zu sitzen, war glaub ich der Grund für ihre Verwirrung. Na, irgendwie ist alles so ähnlich, eben. italienischer Rowein, vermutlich, nicht griechischer? Aber es geht auch mit baierischem Weißbier, wie uns das Zweiteselbst immer wieder anschaulich macht. Das Orakelhafte.
      (@@) Eis auf Wein schmeckt nicht. Bleib auf dem Sofa. Cheers.

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    3. Unter Dampf fühl ich mich manchmal auch und verwirrt bin ich sowieso – aber mit Weißbier-Orakel kann ich natürlich nicht dienen ;-)

      P.S. Natürlich war es italienischer Rotwein – und Eis auf Wein schmeckt hervoragend. Die Gier war größer und so musste ich doch noch aufs Rad steigen um meine Lust zu befriedigen. Jetzt ist mir zwar schlecht, aber sei’s drum… ;-)

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