Gedenktag


 

In Gedenken an meinen Vater.

* 26. März 1920 † 21. Mai 2000

 

Heute habe ich zum ersten Mal seit vielen Jahren dieses Lied wieder im Kopf und ich sehe mich, wie ich damals den halben Sonntag auf der Fensterbank verbrachte und immer wieder The living years hörte. Mal habe ich leise weinend mitgesungen, mal laut verzweifelt – weil mit einem Schlag alles vorbei war und mit ihm die letzte Hoffnung auf ein Wort der Versöhnung. Dieser Gedanke wird mich für den Rest meines Lebens begleiten.

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7 Kommentare

    1. Oh ja – und wenn ich mich recht entsinne, hatten wir es kürzlich schon einmal an anderer Stelle (bezügl. gewissen Parallelen). Die Tage erst habe ich noch mit meiner Schwester darüber gesprochen – er/es erinnert mich gerade in letzter Zeit sehr an unseren Vater und ich fürchte, ich muss erst mit ihm abschließen, bevor ich mit irgendetwas anderem abschließen kann.

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    2. nochmal:

      Du weißt ja, daß meiner auch nicht mehr lebt, und „offene Rechnungen“ da genauso bestanden haben, als er starb, nur war ich, glaube ich, älter als du, und hätte die Gelegenheit gehabt, einen schwer krebskranken, wehrlosen Sterbenden richtig mit dem ganzen Müll der vergangenen Jahrzehnte zuzuschütten – ich hatte die Gelegenheit, darauf zu verzichten. Das machte nichts in der Vergangenheit besser, aber ich hatte wenigstens eine Entscheidung in der Hand. Übrigens war es auch Mai.

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    3. Ja, ich weiß – auch wenn ich nicht weiß, ob du älter warst. Ich war 37 als mein Vater ziemlich plötzlich und unerwartet starb. Also hatte ich es, im Gegensatz zu dir, nicht in der Hand noch eine Entscheidung zu treffen. Das macht es nicht unbedingt leichter. Ich war nicht da an diesem Morgen und habe mich erst bei der Beerdigung „verabschiedet“. Ich wollte ih nicht (mehr) sehen – kann frau das nachvollziehen?

      P.S. Mit deinem Einverständnis verschiebe ich mal deinen vorangegangenen Kommentar – okay?

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    4. ja, so war das gemeint, den oberen weg bitte.

      Du warst jünger als ich, aber dein Vater zu dem Zeitpunkt ähnlich alt wie meiner – also kann ich mir einiges denken; meiner starb 2003. Gesehen hatte ich ihn vorher nur selten, allein schon aufgrund der großen räumlichen Entfernung und der Familiensituation nicht anders möglich.
      Wir haben es auch kaum lange miteinander ausgehalten. Du weißt, die Konstellation Widder – Wassermann war bei uns umgekehrt gegeben, also knallte es nach spätestens drei Tagen verläßlich.
      Du hast es wirklich schwerer, abzuschließen, weil dir das eigene Entscheiden nicht möglich war.
      Frau versteht es sehr wohl, daß du ihn dir nicht noch einmal angesehen hast – ich tue das auch nicht, bin mittlerweile leider beim 3.Mal, das entscheiden zu müssen, angekommen. Mein Bruder ist vorgestern gestorben, und die Beziehung war auch belastet und etwa seltsam, auch wenn wir uns mochten, wenn wir uns trafen. Es klingt makaber: das entlastet vielleicht Einzelschicksale der „neuen“ Menschen in meinem Leben, daß ich mehr als nur einen Konfliktmenschen in meiner Jugend hatte. Vielleicht bin ich in mehr Hinsichten etwas „gebrannt“, aber eben nicht so auf eine Person, eine Rolle fokussiert.

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    5. Danke, dass du verstehst und darüber hinaus noch nachvollziehen kannst *umarme dich dafür in Gedanken* Auch für alles, was ich dir gleich lieber privat schreibe, weil es hier für mich nicht der passende Ort ist.

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