Ich fühl mich scheiße!


 

Ganz klarer Fall für Ben & Jerry’s und Rotwein – schlecht ist mir grad eh schon und schlimmer kann’s davon auch nicht werden. Weil Frau aber diese für derartige Stresssituationen überlebensnotwendigen Zutaten nicht ständig im Hause hat, musste ich vorhin dann auch noch mit halbverheulten Augen in den Supermarkt!

Warum zum Henker muss man mir auch permanent und ungefragt aufs Brot schmieren, wenn er mal wieder mit blonden Frauen beim Käffchentrinken gesichtet wurde? Ist das die Art von Freundschaft, die dann noch mit einem halb mitleidsvollen Blick anmerkt, wie rücksichtslos er doch ist? Hat das noch irgendetwas mit empathischen Empfinden, oder gar Rücksicht auf MEINE Gefühle zu tun? Schlimm genug für mich, dass er – der schon Wochen vor der Trennung zu faul, zu träge, zu unlustig, oder zu geizig war mit mir noch zum Kaffeetrinken zu gehen – jetzt mit seiner Damenbegleitung ausgerechnet zu UNSEREM Lieblingsitaliener gehen muss, als wäre es das einzige Eiscafé in der Stadt. Aber ist ja vielleicht auch nicht der schlechteste Ort, damit ich es garantiert erfahre – wenn nicht durch eine mitfühlende Freundin, dann evtl. durch unseren Eismann. Auch wenn ich Letzterem keine böse Absicht unterstellen möchte, so höre ich auch von ihm oft genug wenn jemand da war, oder gesichtet wurde. Habe ich irgendjemand übel mitgespielt, oder gar Quäl mich! auf der Stirn stehen? Danke schön – brauche ich nicht und will ich nicht! Wenn ich schon vom EX null Rücksichtnahme erwarten kann, erwarte ich zumindest von meinen engsten Freundinnen sowas wie Empathie – wenn mich die Vergangenheit auch diesbezüglich schon ganz andere Dinge gelehrt hat. Wo selbst beste Freundinnen noch in der Wunde bohren mussten anstatt einfach mal die Klappe zu halten.

Sicher hätte ich meine Freundin heute dezent darauf hinweisen können, dass ich so etwas erst gar nicht hören möchte und sie solche Dinge bitte für sich behalten soll – aber damit hätte ich nur meine eigene Verletztheit zur Schau getragen. Ergo habe ich meine Klappe gehalten und meine freundliche Maske aufgesetzt – auch wenn ich keinen Hehl draus gemacht habe, was ich von seinem Verhalten halte. Erst zuhause konnte ich wieder ich selbst sein – weg von allen, die jetzt vielleicht auch noch Stärke von mir erwarten und es vielleicht am Liebsten sähen, wenn ich ihn in Grund und Boden verdammen würde. Rational denkend wäre das kein Problem – wenn einem die eigenen Gefühle nicht permanent Stolpersteine vor die Füße schmeißen würden.

Schlimm genug, dass ich mich schon fast wie eine Vertriebene in meiner eigenen Heimat fühle – dass ich nicht mehr unbedarft ins Städtchen gehen kann, ohne permanent auf der Hut zu sein – aber der Gedanke, dass ich noch nicht mal mehr mit einer Freundin unterwegs sein kann, ohne dass dieses unselige Thema auf den Tisch kommt und mir ungefragt Fakten unter die Nase gerieben werden, ist fast noch schlimmer und vermittelt mir das Gefühl mehr und mehr jeglichen Halt zu verlieren.

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4 Kommentare

  1. Das klingt genau so, wie ich mich fühle. Und mich ärgert es immer, dass ich weder wirklich wütend sein kann noch in irgendeiner Weise gleichgültig reagieren. Soll er doch mit sonst wem auf irgendeine Party gehen, soll er sich doch mit sonst wem anfreunden, ich lerne ja auch neue Menschen kennen und nur weil ich mit jemandem Kaffee trinken gehe heißt das ja auch nicht, dass ich jemand neues gefunden habe. Und doch versetzt es mir immer den Stich, wie ersetzbar ich zu sein scheine. Nun ja, ich bin momentan ganz froh darüber, dass er Unimäßig und organisatorisch ein Versager ist und daher, obwohl ich ihm sogar noch bei den Fächern und bei der Wohnungssuche geholfen habe, bisher weder in Darmstadt wohnt noch regelmäßig einen Fuß in die Uni setzt. Von daher habe ich mein Territorium zumindest für den Moment wieder. Und dir wünsche ich, dass du bald auch hoch erhobenen Hauptes durch deinen Ort gehen kannst ohne ständig Angst haben zu müssen, ihm über den Weg zu laufen.!!
    :)

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    1. Wir sitzen halt momentan schon irgendwie in einem Boot – aber das bringt zumindest auch ein gewissen Verständnis mit sich :-) Und ich sehe, wie du denkst. Wie kann man auch wirklich auf jemanden wütend sein, oder dem Menschen gleichgültig „gegenüber“ stehen, wenn man (noch) Gefühle hegt? Geht einfach nicht, resp. habe ich es so für mich festgestellt – ging nicht nach der ersten Trennung und geht auch jetzt nach der zweiten nicht. So gesehen kann ich gut nachempfinden, wie es dir geht und ich wünsche uns beiden von ganzem Herzen, dass sich alles irgendwann entwirrt und dann auch mal wieder richtig gut ist/wird.

      P.S. Ich danke dir für deine Wünsche, aber eines kann ich versichern: Auch wenn ich auf der Hut bin, so laufe ich doch hocherhobenen Hauptes durchs Städtchen – ich lass mich doch nicht unterkriegen und wenn ich es nicht will, blickt auch niemand hinter die Fassade ;-)

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    2. ja, und ich, die ich heute eigentlich dachte, es waere ein guter Tag, ein Tag, an dem ich die Starke bin und nicht die, die von ihren Gefuehlen unterbuttert wird, habe heute den ganzen Tag nur Unruhe gespuert. Mich aufgeregt, als er einem gemeinsamen Freund etwas bei facebook gepostet hat, was ich absolut nicht nett oder fair fand (ihm gegenueber), mich bei facebook so gesperrt, dass ich seine Seite nicht mehr sehen kann (mein Zeichen, einen Strich zu ziehen und ihn zu loeschen) und dann tausend Gedanken an ihn. Das Problem ist, die Gedanken sind nichtmal mehr nur Erinnerungen, ich ueberlege krampfhaft, wie ich ihm gefallen koennte, dann wieder wie ich es ihm heimzahlen koennte, dann wieder, wie ich ihn zurueckbekommen koennte.
      Dabei will ich ihn garnicht gefallen, ich will endlich wieder ich selbst sein! Ich will mir die Fingernaegel bunt lackieren und hohe Schuhe anziehen und Glitzert-shirts tragen.
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      Weil es mir fehlt, wie er sich darueber aufgeregt hat. Verdammt, warum beherrscht dieses Arsch eigentlich immer noch mein Leben?

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    3. Ach Frede… ich kann das alles nur zu gut nachvollziehen – deine Gedanken sind zum Großteil meinen eigenen sehr ähnlich. Aber denkst du wirklich, dass dieser Ar*** dein Leben beherrscht, oder sind es nicht vielmehr deine eigenen Gedanken, die jetzt (vermeintlich) dein Leben beherrschen? Kein Mensch – egal wie sehr man ihn liebt – sollte das eigenen Leben beherrschen. Aber ich weiß selbst auch wie schwer es ist, sich von solchen Gedanken frei zu machen – und das du momentan quasi bewegungslos bist und somit auch nicht das tun ganz, was du gerne tust, macht es für dich wahrscheinlich nicht leichter. Aber Letzteres ist ja zum Glück ein Zustand der absehbar vorübergeht, während alles andere doch recht vage ist

      Denke, das Hauptproblem ist, dass man einfach nicht loslassen WILL und wenn mich nicht alles täuscht, lese ich dies auch aus deinen Worten heraus. Vorgestern habe ich M. kurz gesehen, als er hier am Haus vorbei ging. Gleiche Reaktion wie immer: Herzklopfen und fast weiche Knie. Ich war froh in diesem Moment, dass ich noch nicht unterwegs war, weil mir so einen Auge-in-Auge-Begenung erspart geblieben war und sehr traurig, weil er mal wieder vorbeigegangen war und ich nicht wie selbstverständlich runterlaufen konnte und mich in seine Arme schmeißen konnte. Später hatte ich den Gedanken, dass es mir echt Angst macht ihn irgendwann vorbeigehen zu sehen, ohne dass es mich irgendwie berührt. DAS ist es was ich meine – dann nämlich habe ich ihn losgelassen.

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