Das war’s


 

Der Wolf ist tot. Er heult nicht mehr – zumindest nicht in meinen vier Wänden. Gestern habe ich gepackt – alles! Selbst das Buch mit der liebevollen Widmung, dass mehr als vier Jahre auf meiner Kommode lag. Ob er überhaupt noch wusste, dass es sein Buch ist? Keine Ahnung. Spätestens jetzt wird es ihm wieder bewusst sein und er wird sich vielleicht erinnern.

Seit gestern ist unser gemeinsames Leben, das wir, was schon seit Monaten kein wir mehr war, komplett auseinander dividiert. Es gibt fast nichts mehr was verbindet, nichts mehr, was eingefordert werden kann. Nicht mal mehr Freundschaft wird bleiben können. Mit einer einzigen SMS hat er sich selbst ins Aus geschossen und mir gezeigt, dass ich niemals mehr Teil seines Lebens sein werde. Vielleicht ist es auch sein wahres Gesicht, dass er jetzt zeigt – das Gesicht, dass ich vor lauter Liebe nicht gesehen habe, nicht sehen konnte, oder nicht sehen wollte.

Gestern Abend fiel die Haustür zum letzten Mal hinter M. ins Schloss. Wir haben uns nicht mehr gesehen. Kein Wort des Abschieds. Nichts. Nur noch ein weißer Fleck, der mir aus einem Bilderrahmen entgegenblickt und der irgendwann auch verschwinden wird. Ich kann nicht beschreiben, wie ich mich gerade fühle – nackt bis aufs Hemd, ausgebrannt, leer. Unfähig zu begreifen, aber gezwungen zu akzeptieren. Klarheit wird es wohl keine mehr für mich geben.

Es bleibt jetzt nicht mehr viel zu tun – eigentlich sind es nur drei Dinge. Ich werde nun doch noch einen Brief schreiben, den ich schon längst geschrieben, aber bisher zurückgehalten habe in der Hoffnung, dass wir uns doch noch wie erwachsene Menschen begegnen können. Vielleicht werde ich noch ein paar Zeilen ergänzen, vielleicht auch nicht. Aber ich werde es heute noch tun, in der Hoffnung, dass es mir danach besser geht. Und den Rest erledige ich dann, wenn ich bereit dazu bin – vielleicht auch nie.

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11 Kommentare

    1. Eine Befreiung momentan nur in dem Sinne, dass es hier keine toten Gegenstände mehr gibt, die eingefordert werden können und ich somit erst einmal Ruhe habe. Vielleicht auch Ruhe für immer, oder mehr, als mir lieb sein wird.

      Wirklich befreit werde ich erst dann sein, wenn Erinnerungen nur noch bloße Erinnerungen sind und nicht mehr weh tun – und vor allem dann, wen ich ihm ganz gleichmütig begenen kann, ohne dass mir die Knie weich werden und das Herz in die Hose rutscht.

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    1. Danke, Tina, aber an einen Neuanfang zu denken, ist das Letzte woran ich gerade denken kann und mag. Ich bin kein Mann – respektive nicht Eine von der Sorte Frau, die sich schnellstmöglich mit dem Nächsten trösten und versuchen auf die Art ihre Wunden zu bedecken. Auch wenn es jetzt vielleicht bescheuert klingt, aber allein der Gedanke wäre für schon so, als würde ich ihn verraten – auch wenn es eher umgekehrt so sein müsste – und als würde ich etwas Heiliges entweihen.

      Diesen Brief habe ich gestern nicht mehr geschrieben, weil ich es zeitlich nicht geschafft habe. Aber ich hoffe, ich schaffe es heute – und dann werde ich nicht nur für mich selbst schreiben, sondern er wird ihn auch bekommen. Ob er ihn lesen wird und was damit passiert, kann ich natürlich nicht voraussagen, aber vielleicht begreift er ihn auch als Chance – das wäre der Idealfall. Wenn er schon nicht den Mut besitzt mir gegenüberzutreten und für Klarheit zu sorgen, dann vielleicht wenigstens den Mut schriftlich darauf einzugehen.

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    1. Nein, Claus – schön ist das natürlich nicht, aber für mich muss er es jetzt sein, wenn ich nicht völlig untergehen will. Ich danke auch dir – und das, was ich zum Thema Befreiung noch anzumerken hatte, hast du ja sicher schon in meiner Antwort an Puzzle gelesen.

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  1. Hm. Bei mir ging es ähnlich, auch wenn die Nachricht, die ihn so unwiderkehrbar ins aus gekickt hat nichtmal an mich ging sondern dank facebook einfach nur bei meinen Neuigkeiten mit angezeigt wurde. Es war für mich ein sehr unangenehmer aber sehr deutlicher Moment der Erkenntnis: Dieser Mensch ist nicht (mehr) der liebenswürdige Mensch, für den du ihn hälst oder den du in ihm siehst. Natürlich hoffe ich immer mal wieder darauf, dass er bemerkt, was er verloren hat oder dass ich mich darin getäuscht habe, dass er nichts von alledem mehr ist was ich in ihm sehen will. Aber leider hat er mir schon vor der eigentlichen Trennung gezeigt, dass ich mir damit nur etwas vormache. auch ich habe alles zurückgegeben so dass nichts mehr eingefordert werden kann (Und es endete im Streit um ein Skigummi im Wert von max. 5 cent) und auch ich wollte eine letzte Nachricht schreiben. Ich habe es dann aber gelassen, weil ich in meinem Fall weiß, dass es ihn ncihtmal interessieren würde. Ich hoffe zwar, dass es anders ist aber eigentlich weiß ich, es würde ihn nicht interessieren oder er würde ihn genervt in die Ecke legen. Und der Gedanke an seine genervten Reaktionen ist so schlimm, dass ich sie nicht mal in meiner Abwesenheit provozieren will.

    ähm, entschuldige, abgeschweift….^^ was ich sagen wollte: auch wenn es erst hart war: mir hat dieser Moment geholfen, einen Schlussstrich zu ziehen und den ersten Schritt von ihm weg zu gehen. Ans Umdrehen ist nicht mehr zu denken und ich bin schon weit genug um es so zu wollen. Immerhin. Und dir wünsche ich, dass es für dich ein ähnlicher schritt wird.

    Es ist zu spät für sinnvolle Texte, entschuldige, bin neben der Spur

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    1. Papperlapapp! Alles was du schreibst macht Sinn und ist gut nachvollziehbar, wenn man einen Teil deiner Geschichte kennt. Du weißt doch… bezügl. unerfreulicher Beziehungsende-Geschichten sitzen wir gerade im gleichen Boot – da kannst du vermeintlich noch so neben der Spur sein, aber ich verstehe es trotzdem :-))

      Ich habe gestern geschrieben. All das, was ich Anfang Mai schon einmal zu Papier gebracht hatte, und auch das, was mir nach den aktuellen Ereignissen durch den Kopf ging und ich unbedingt noch loswerden musste. Ich habe mir natürlich ähnliche Gedanken gemacht wie du – vonwegen Desinteresse und Genervtheit – aber letztendlich sehe ich es nicht ein, warum ich auf solche Empfindlichkeiten noch (gerade?) Rücksicht nehmen sollte. Es geht hier schließlich auch um mich und meinen Seelenfrieden! Keine Schuldzuweisungen, keine Vorwürfe und schon gar keine Bettelei – nur meine eigenen Gedanken, meine Fragen und meine selbst konstruierten Vermutungen, warum diese Beziehung nun zum zweiten Mal gescheitert ist. Ich reagiere nunmal äußerst renitent, wenn man(n) mir aufzwingt Gegebenheiten zu akzeptieren, die ich nicht verstehe und auch wenn mir dieser Brief vermutlich keine Klarheit bringen wird, so war es doch wichtig für mich ihn all das noch wissen zu lassen. Ich kann nicht abschätzen, wie die Reaktion ausfallen wird – dazu ist dieser Mensch leider gerade zu unberechenbar – und ich erwarte auch keine Reaktion, aber wenn er noch ein bisschen Grips in der Birne hat, wird er diesen Brief vielleicht auch als Chance begreifen – nicht für uns beide, aber für sich selbst. Wenn nicht, dann eben nicht – dann tut es mir nur leid um den Menschen, den ich vor Jahren kenengelernt habe und der irgendwann verloren gegangen ist.

      P.S. Bei Facebook werde ich zum Glück nicht mit solchen Dingen konfronitiert und das ist auch gut so. Mir hat schon so manche SMS voll und ganz gereicht, aber die Vorstellung so etwas dann auf der Pinnwand anderer Leute zu lesen… nee – DAS ist einfach allerunterste Schublade. Da geht es meiner Meinung nach nur noch darum den Anderen zu verletzen, was an sich schon übel genug, aber auf diese Art einfach nur niveaulos und armselig ist. Aber je primitiver und beschissener sich solche Menschen verhalten, desto mehr (oder länger) sind sie auch in aller Munde – auch eine Art von Publicity, die aber von uns garantiert nicht so gewollt ist.

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  2. Ich spare mir hier große Kommentare, das wäre anmaßend, weiß ich doch eigentlich gar nichts über Dich außer Deiner Abneigung gegen Smilies und Biolimo. Deswegen wünsche ich Dir an dieser Stelle einfach, dass Du möglichst bald wieder in dein inneres Gleichgewicht finden (es dauert halt so lange wie es dauert und alles was dazu beiträgt, ist richtig) und auch während Deiner Regenerierungsphase noch Spaß an Dingen und Menschen haben kannst.

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    1. Ha – hättest du nur einmal meine About-Seite studiert, wüsstest du zumindest auch von meiner Abneigung gegen Marzipan und nervtötende Klingelton-Werbung ;-))

      Aber ich danke dir trotzdem – und was Letzteres betrifft, so kann ich dir nur versichern, dass ich das kann und auch habe. Die gramgebeugte Witwe steht mir einfach nicht.

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