Kopfkino


 

Gestern Nacht, 01:20 Uhr. Ende eines Abends im Kreis lieber Menschen. Wieder ein paar Stunden in denen ich zwar nicht vergessen konnte, aber die Gedanken nicht ständig präsent waren. Gedanken an M. und diese Frau, die so ganz anders ist wie ich; die jetzt vielleicht in seiner Wohnung ein- und ausgeht – in der Wohnung, in der ich vor einem Jahr noch alles gegeben habe, um sie schön und gemütlich zu machen für ihn und für uns beide – und die sich jetzt das nimmt, was bis vor kurzem noch mir allein vorbehalten war. Dieser Gedanke widert mich an und tut weh, aber ich schaffe es nicht ihn abzustellen oder in eine andere Richtung zu lenken. All das, was passiert ist, soll meine eigene Schuld sein? Abstrus!

Während ich gestern das Essen vorbereitete, habe ich ganz bewusst unsere Musik aufgelegt. Pink Floyd, Vasco Rossi – das volle Programm. Zuletzt die Scheibe, auf die M. vor Jahren Ti amo stronza geschrieben hatte, nachdem er sie für mich gebrannt hatte. Ein Erinnerungsstück von wenigen, die mir nach über 5 Jahren geblieben sind. Ausgerechnet bei dieser CD blieben die erwarteten Tränen aus – in Gedanken nur verweilend in der Zeit, als noch alles unbeschwert und voller Liebe war und wir noch von einer gemeinsamen Zukunft träumten. Aber da waren auch Gedanken an einen Anderen – an den Mann, den ich eigentlich noch gar nicht kenne, der mir aber schon mehr als einmal ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat und mich zum Träumen bringt. Ein Zeichen, wie sehr mir das alles fehlt und was mir gerade fehlt; in den Arm genommen zu werden, Streicheleinheiten und das Gefühl geliebt zu werden – vorbehaltslos, ohne Selbstzweck und nur um meiner selbst willen. So wie ich bin und nicht irgendwie zurechtgebogen, wie man mich gern hätte.

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12 Kommentare

  1. Du gewährst deiner Seele nicht einmal die geringste Chance, zu heilen, zu gesunden. Tag für Tag beschäftigst du dich damit, wie du ohne ihn leben sollst. Über drei Jahre sind vergangen, seitdem unsere Meinungen „auseinander gingen“. In diesen Jahren habe ich – eigentlich leider – nur selten von „glücklichen“ Momenten in deinem Leben erfahren… genauer gesagt: gelesen. Du hast die Wahl und kannst dich somit entscheiden. Lebe weiter als anima und vergrabe dich in diesem Blog. Lebe weiter, dich immer wieder nach einem Menschen verzehrend, den du doch nie so wirst haben können, wie du es dir erhoffst. Oder aber du entscheidest dich dazu, endlich aus diesem Albtraum zu erwachen. Niemand sagt, dass dies leicht ist, und niemand kann dir sagen, wie lange es dauern wird… aber was hast du zu verlieren? Du machst sehr schöne Bilder (Fotografien) wie ich mitbekommen habe… du schreibst flüssig und emotional verständlich. Ohne viel Geschnörkel. Es macht Spass, dein Scheiben zu lesen……..

    Du hast so viele Möglichkeiten, warum lenkst du sie nur immer in diesen „einen“ Bereich?

    Herzliche Grüße,
    Ela

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    1. Wie viele Blogeinträge hast du gelesen, dass du dir anmaßt zu behaupten, ich würde mich Tag für Tag nur damit beschäftigen, wie ich ohne ihn leben soll? Hast du zurückgeblättert bis zum Tag der letzten Trennung, vielleicht sogar noch ein bisschen weiter, oder nicht einmal so weit? Wüsstest du überhaupt von dieser erneuten Trennung, wenn es diesen Blog nicht geben würde? Was wusstest du in den letzten Jahren überhaupt von mir und meinem Leben, außer dem, was hier zu lesen war? Erinnerst du dich überhaupt noch, warum ich angefangen habe zu bloggen und ist dir noch gar nicht der Gedanke gekommen, dass ich in glücklichen Zeiten gar nicht das Bedürfnis und die Zeit hatte viel zu schreiben?

      Du meinst es sicher nur gut und ich möchte dir auch keine böse Absicht unterstellen, aber vielleicht sollte man doch ein bisschen mehr nachdenken bevor man Behauptungen aufstellt, wo bestenfalls Vermutungen angebracht wären. Wenn ich mich recht entsinne, habe wir uns seit zweieinhalb Jahren nicht gesehen und nur ein paarmal kurz Kontakt via SMS gehabt. Zweieinhalb Jahre (warum du über 3 Jahre daraus machst, ist mir grad schleierhaft) seitdem unsere Meinungen auseinander gingen – wie du es formulierst – in denen wir nicht ein einziges Wort gewechselt haben (wenn man von den wenigen, lapidaren SMSen absieht). Aber warum nennst du das Kind nicht beim Namen? Nicht (nur) seitdem unsere Meinungen auseinander gingen, sondern unsere Freundschaft, weil du damals meine Meinung offensichtlich nicht akzeptieren konntest oder wolltest und dich erst mal zurückziehen musstest. Deine Entscheidung, die ich akzeptiert habe.

      P.S. Dieser Bereich – wie du es nennst – ist meine letzte Trennung von M., die noch nicht einmal 3 Monate zurückliegt. Muss ich da jetzt noch mehr zu sagen? Ich denke nicht. Denk einfach mal an 2007 zurück. Nicht jeder verarbeitet solche Trennungen auf die gleiche Art, aber man sollte doch jedem zugestehen es auf seine eigene Art zu tun.

      P.P.S. Wir hätten uns gern auch hinter „verschlossenen Türen“ darüber austauschen können und ich habe echt einen Moment überlegt, ob ich deinen Kommentar genemige (und somit öffentlich mache), aber da du diesen öffentlichen Weg selbst gewählt hast, sehe ich auch keinen Grund, warum ich dir nicht auch genauso öffentlich antworten sollte – ob du es jemals noch lesen solltest oder nicht.

      Ich wünsche dir eine gute Zeit.

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  2. Als U. und ich uns Juli 2007 trennten, da folgte kurz darauf eure erste Trennung… daher meine ich, dass es „über drei Jahre“ her ist…… Und ja, ich habe mitbekommen, dass ihr zwischenzeitlich wieder zusammen gewesen seid. Nur und ausschließlich durch deinen Block.
    Ich habe mich für dich gefreut – ehrlich, auch wenn ich mich zeitgleich gefragt habe, ob das wohl gutgehen kann/wird. Ich habe nicht sehr viele Bekannte in Facebook und von daher wird mir jede Aktivität der Bekannten (sofern sie sie veröffentlichen) noch auf einer Seite angezeigt. Wie lange warst du mit ihm glücklich? Drei, vier oder fünf Monate? Aber was war davor und was kommt danach? Ich erinnere mich, warum du angefangen hast zu bloggen….
    aber du hast nur dieses eine Leben und das geht weiter! Und sag ehrlich, was hat sich geändert bei dir seit 2007, oder meinetwegen auch 2008? Hat sich was geändert? Wenn ja, dann entschuldige ich mich für mein vermeintlich anmaßendes Verhalten (auch wenn es nicht als solches gemeint war/ist)…

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    1. Wenn in deinem Zeitverständnis ein knappes Jahr „kurz darauf“ bedeutet, dann hast du wohl recht. Ich weiß nicht, ob du nach unserer „Meinungsverschiedenheit“ im Januar 2009(!) meinen Blog bei WindowsLive noch regelmäßig weiterverfolgt hast, oder erst wieder ab Oktober letzten Jahres, als in der Tat bei Facebook regelmäßige Veröffentlichungen auftauchten – zu diesem Zeitpunkt waren wir übrigens schon wieder seit einem Jahr zusammen, was dir aber sicher nicht entgangen ist!? Im Endeffekt spielt es auch keine Rolle, ob 3,4,5 Monate oder gar mehr als ein Jahr Glück und ich verstehe grad nicht, was glückliche Monate mit dem jetzigen Zustand zu tun haben. Aber weißt du was ich schon etwas seltsam finde? Seit zweieinhalb Jahren höre und lese ich kein Wort bezügl. irgendetwas, was ich in all der Zeit geschrieben habe, aber jetzt auf einmal, wo es wieder „Neuigkeiten“ gibt, die eben nicht sehr positiv für mich sind. Wieviel Zeit zum Verarbeiten dieser erneuten Trennung gestehst du mir denn gedanklich zu? 3,4,5 Monate??? Die ersten 3 sind noch nicht einmal ganz rum. Oder sind 3 Monate schon zuviel? Müsste ich in deinen Augen meine Gefühle und Gedanken, die mit M. zusammenhängen, längst verdrängt haben, damit ich mich voller Freude und Hoffnung in die nächste Beziehung stürzen kann? Ich lebe jetzt ohne ihn – das ist Fakt – und ich werde auch ohne ihn weiterleben. Ich bin nicht lebensmüde – ergo auch nicht suizidgefährdet. Also was soll das vonwegen „Tag für Tag beschäftigst du dich damit, wie du ohne ihn leben sollst.“? Das, was du hier lesen kannst, macht nur einen Bruchteil dessen aus, was mich Tag für Tag beschäftigt. Glaubst du wirklich all meine Gedanken zu kennen, nur weil ich einen Teil dessen, was mich beschäftigt und belastet hier aufschreibe? Ich kenne gerade weder deine Motivation, noch weiß ich, warum du dich an dem stößt, was ich hier schreibe, aber vielleicht wirst du es mich ja wissen lassen. Eines werde ich aber gewiss nicht tun: ich werde es mir nicht verkneifen meinen Gedanken und Emotionen hier freien Lauf zu lassen, nur weil irgendjemand der Meinung ist, dass ich genug getrauert habe um einen Kerl, der es eh nicht wert ist.

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  3. ja, und wer am meisten liebt, leidet auch am meisten. also, wenns mal nicht gut läuft.

    denn offenbar ist es doch die Liebe, die besondere Ansprüche stellt?

    also, warum opfern wir uns ihr immer wieder – mehr oder weniger? ja, weils einfach wunderschön ist, wenns gut läuft.

    LG Claus

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    1. Danke Claus, dass du es mit deinem letzten Satz so wunderbar auf den Punkt gebracht hast, nach all der „schmutzigen Wäsche“ die hier gewaschen wurde.

      Der Mann, den ich damals kennenlernte, war meine große Liebe, ist meine große Liebe und wird es in Gedanken immer sein. Vielleicht mit ein Grund, warum ich mehr leide und es mir schwerer fällt als es für Andere angemessen erscheint. Ich kann niemanden davon überzeugen das zu verstehen, aber ich bin es auch leid mein Denken, Handeln und Empfinden zu „erklären“ und zu rechtfertigen.

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  4. Ich kann Dich nur zu gut verstehen. Es ist einfach so, wie Du es schreibst. Es ist Sch…, wenn man von seiner großen Liebe verlassen wird. Da gibt es nichts zu diskutieren und auch nichts zu beschönigen, verniedlichen oder verdrängen. Die Wunden heilen nun mal langsam. Und sie lassen Narben zurück. Solidarische und mitfühlende Umarmung von einem grauen Esel mit minderem Verstand aber ebensolchen Gefühlen

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    1. Unschön, Scheiße… wie auch immer ist das sicher – manchmal fühlt es sich sogar schier unerträglich an. Aber wie hat es eine liebe, kleine Seele heute formuliert: „Es beginnt jetzt ein neuer Lebensaschnitt für dich, in dem xyz keinen Platz mehr hat.“ Vielleicht sollten wir uns öfter mal verinnerlichen, dass diese Menschen, die nicht mehr mit uns zusammen sein wollen, auch keinen Raum mehr in unserem Leben haben sollten – bestenfals noch ein klitzekleines bisschen. Vielleicht wird es so auf Dauer wirklich leichter und die imaginären Narben lassen sich auf ein Minimum reduzieren.

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  5. Das kann man so sehen, trifft vielleicht bei Ihnen auch zu. Bei mir ist es etwas anders. Ich will sie „wiederhaben“, wieder ihr Mann sein. Und ich arbeite daran, zäh, stur, beharrlich, sie davon zu überzeugen, dass wir zusammenpassen, zusammengehören. Dass ich an der Trennung schuld bin, steht ohnehin nicht zur Debatte.

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    1. Oh… seit wann sind wir per Sie? Ist das jetzt so ein Distanz-schaffen-Dings? Also ich bleibe trotzdem beim du – wenn’s recht ist. Jeder muss tun, was er tun muss und ich kann deinen Wunsch, um die Beziehung zu kämpfen, sehr gut verstehen. Ich weiß ja nicht wie die Dinge bei dir/euch stehen, aber wenn du das Gefühl hast, dass da noch was zu retten ist, dann kämpfe auch dafür.

      Nach meiner ersten Trennung von M. habe ich das auch getan. Ich wollte ihn auch „zurückhaben“, konnte und wollte mir kein Leben ohne ihn vorstellen. Aber leider kommt man manchmal an den Punkt wo man einsehen muss, dass es nichts mehr zu kämpfen gibt. Gefühle kann niemand erzwingen und wenn einer der Partner für sich beschlossen hat, dass der andere keinen Platz mehr in seinem Leben haben kann und soll, dann kann man sich noch so abstrampeln. Das ist es was ich gemeint hatte. Ich denke auch nicht, dass es primär um eine (die) „Schuldfrage“ geht. – viel wichtiger ist doch ob noch irgendetwas geblieben ist, worauf man wieder aufbauen kann. In diesem Sinne wünsche ich dir viel Erfolg!

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  6. Nein, nein, hat nix mit Distanz zu tun. Du ist genauso richtig. Spielt keine Rolle. Vermutlich habe ich nur vergessen, dass wir uns aufs Du geeinigt hatten… Tut mir leid, wollte Dich nicht verwirren.

    Ich merke, dass da noch etwas geblieben ist, dass es noch eine gemeinsame Basis gibt. Daher traue ich mich zu hoffen.

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