Nah und doch so fern


 

Okay Leute – alle, die glücklich verheiratete sind, oder auch nicht, aber sich in einer glücklichen, gut funktionierenden Beziehung wähnen, brauchen jetzt gar nicht weiterlesen. Ebenso wenig jene, deren Trennungen immer fair und problemlos vonstatten gegangen sind, die nie aus heiterem Himmel verlassen worden sind, oder selbst verlassen haben.

Aber es gibt eben auch andere. Menschen, die Hals über Kopf verlassen werden, Menschen, die gar nicht wissen wie ihnen geschieht, Menschen, die nach Erklärungen suchen, die das Unbegreifbare begreifen wollen – Menschen, wie auch ich einer bin.

Mit Inhaltsangaben tue ich mich echt schwer und bevor ich mir jetzt hier einen abbreche, zitiere ich im Folgenden kurzerhand ein paar Zeilen aus dem Klappentext:

Bindungsängste beherrschen die Beziehungen der neunziger Jahre. Einst als typisch männliches Phänomen erkannt, weiß man heute, dass Männer und Frauen gleichermaßen  unter den Schwierigkeiten leiden, einen Mittelweg zwischen dem Wunsch nach Intimität und der Notwendigkeit von Freiräumen in ihren Beziehungen zu finden.

Carter und Sokol unterziehen den vielschichtigen Komplex „Beziehungsängste“ einer ausführlichen Untersuchung und zeichnen damit ein aktuelles Bild moderner Partnerschaften. Anhand vieler Beispiele von geglückten oder missglückten Beziehungen untersuchen sie, in welcher Form sich Beziehungsängste äußern, hinter welcher Fassade sie sich verbergen und klären die Frage, ob es einen „Schuldigen“ gibt.

Mittlerweile fast durch mit dem Buch und schon im Anhang angelangt, kann ich gar nicht mehr sagen, wie viele Aha-Erlebnisse ich während des Lesens hatte und wie oft es mir die Tränen in die Augen getrieben hat, weil mir Ausführungen und Darlegungen so schmerzlich bekannt vorkamen. Hätte ich mit Textmarker gelesen, wäre vermutlich mindestens die Hälfte des Buches jetzt gelb – oder wahlweise, grün, blau, rosa.

Fazit: Meiner Meinung nach ein lesenswertes Buch für alle, die an Beziehungsängsten leiden, oder mit an Beziehungsangst leidenden Menschen liiert sind oder waren.

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6 Kommentare

    1. Nein – zumindest nicht dass ich mich erinnern könnte. Aber die Autoren stellen die verschiedenen Facetten der Beziehungsangst für mein Dafürhalten schon sehr intensiv und anschaulich dar – eben auch durch etliche „Fallbeispiele“ von Betroffenen. Falls dich das Buch von der Thematik interessiert, schau mal bei Amazon – dort finden sich schon über 30 Rezensionen.

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  1. Und? Hast Du etwas daraus mitgenommen? Geht es „nur“ um die Erkenntnis, dass schon vielen anderen Ähnliches widerfahren ist oder glaubst Du, aus all den Schilderungen etwas mitnehmen zu können für die Zukunft?

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    1. Nicht nur diese Erkenntnis. Wenn die „Dinge“ wirklich so sind, wie sie sich darstellen, ist für mich die Erkenntnis dass ich nicht schuld bin primär viel wichtiger – dass ich den „Programmablauf“ nicht hätte abwenden können, auch wenn ich mich noch so verbogen hätte. Das heißt natürlich nicht, dass ich durch diese gewonnenen Einsichten nun bis in alle Ewigkeiten davor gefeit bin auf diesen Typ Mann „reinzufallen“, aber vielleicht läutet in ferner Zukunft die ein oder andere Alarmglocke doch etwas früher und bewahrt mich vor Schlimmerem.

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  2. Anima, danke für die Leseanregung. Ich musste mir vor kurzem leider mal ein paar Fragen in ähnliche Richtung stellen. Selbsterkenntnis ist ja immer der erste Schritt zur Veränderung. Werde mir das Buch mal beschaffen.

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    1. Gern gescheh’n, Insomnia :-) Auch wenn ich mir dieses Buch nicht primär gekauft habe, weil ich denke selbst ein Problem zu haben, sondern weil ich eher den Verdacht habe, dass mein Ex-Partner in diese Kategorie fällt. War ein Tipp von meinem Nachbarn und ich dachte mir, dass es ja nicht schaden kann es mal zu lesen ;-)

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