Aus dem Tagebuch eines Dosenöffners

Heute um 09:38 Uhr – unser Bonsai-Tiger* genießt die Morgensonne

 

Wenn ich ein Katzen-Tagebuch führen würde, könnte ein typischer Eintrag in etwa so aussehen:

Die Woche mit unserem vierbeinigen Mitbewohner war partiell doch ziemlich anstrengend, denn außer seiner altersbedingten Flegelhaftigkeit und seines unnachahmlichen Charmes hat er von der Stätte seiner Geburt noch ein paar andere Mitbewohner mitgebracht – Katzenflöhe! Nachdem wir am Montagabend schon ein paar dieser hüpfenden Exemplare eliminiert hatten, machte ich mich am Dienstag auf zum Tierarzt um mal wieder meine Geldbörse kräftig zu entleeren. Am Abend war dann intensive Flohbekämpfung angesagt – sowohl am Tier, als auch an allen Orten, an denen sich der faule Kater gern zu ausgedehnten Nickerchen niederlässt. Gegen halb 11 war die Aktion endlich beendet – der Tag war gelaufen und ich war nur noch fähig in die Horizontale zu fallen.

Am Mittwoch dann ein kleiner Lichtblick. Wegen akuten Flohbefalls unserer Wohnung hatte sich Nachbar 1 spontan bereit erklärt meinen Kochabend zu übernehmen und ich freute mich schon auf einen gemütlichen Abend weit weg von Flöhen und anderen Ärgernissen – aber ich hatte die Rechnung wohl ohne die Katze gemacht. Zur üblichen abendlichen Kater-geht-aufs-Katzenklo-Zeit habe ich mich mehrmals vom Abendessen weggeschlichen, aber die bereits sehr vertraute Geruchsbelästigung blieb aus. Nun gut, dachte ich mir, dann kackt der Kater heute eben nicht mehr – aber weit gefehlt. Ich hatte mich noch nicht lang abgelegt als er ins Bad stolzierte und kurz darauf die typischen Geräusche aus Richtung Katzenklo zu vernehmen waren. Inzwischen war der neue Tag schon gut eine Stunde alt und ich hätte längst schlafen sollen, aber wen interessiert’s? Den Kater wohl am wenigsten! Also wieder raus aus den Federn, Katzenhinterlassenschaft entsorgt und wieder ab unter die Decke, in der Hoffnung nun endlich schlafen zu können. Der Kater hat mein Ansinnen wohl geahnt und auch die Tatsache, dass mir nur noch wenige Stunden blieben bis zum Wecker klingeln – kurz und gut hat er gefühlt die Nacht zum Tag gemacht und ich weiß nicht, wie oft ich ihn ganz katzenlike angefaucht habe, dass er endlich Ruhe geben soll. Nach gut 3 Stunden mehr oder weniger intensiven Schlafes meinte er wohl, dass es nun reicht und ich doch bitteschön aufstehen könnte um ihm sein Frühstück zu bereiten. Intensives Schnurren und um einen herum scharwenzeln ist ja ganz nett, aber bitte nicht morgens um viertel vor 5 – da habe ich ganz andere Dinge im Sinn!

Reichlich übermüdet habe ich mich am Morgen dann zur Arbeit geschleppt – nicht wissend, wie ich diesen Tag überhaupt überstehen sollte, aber doch noch voller stiller Hoffnung, dass mir am kommenden Abend vielleicht ein bisschen mehr Ruhe vergönnt ist. Fehlanzeige!

 

 

Der gestrige Tag verlief zum Glück relativ friedlich – wir hatten viel Spaß beim Foto-Shooting und größere Katastrophen bleiben aus.

Heute ist Samstag und man glaubt es kaum, dass mich der Kater bis viertel vor 8 hat schlafen lassen und ich mich nach der ersten Fütterung sogar noch eine Stunde aufs Ohr legen konnte ohne die üblichen Belästigungen. Als ich zum zweiten mal aufstand, mir Kaffee kochte und anschließend ins Bad verschwand, um mich in Ruhe entleeren zu können, folgte er mir prompt und tat es mir gleich. Juchuuu – warum kann nicht jeden Tag Samstag sein!? ^^

P.S. Mittlerweile ist es fast Mittag und die einzige Flegelei bestand bisher darin, dass er mal wieder meine Papers als Beute auserkoren hatte und sie triumphierend durchs Wohnzimmer schleppte – aber man soll ja nicht den Tag vor dem Abend loben ;-)

* Ich danke Susanne E. aus F. für dieses herrliche Wort :-)

Advertisements

14 Kommentare

    1. Nicht dass ich wüsste. Beim letzten Katzen-Content am vergangenen Wochenende war die Gerätephobie aktuell – da hatte er zwar auch schon Flöhe, aber es war uns nicht wirklich bewusst und deshalb habe ich es auch nicht thematisiert, sondern nur der Suzka gegenüber angedeutet. Habe jetzt auf die Schnelle auch keinen Kommentar von dir gefunden – oder ich müsste noch einmal intensiver suchen ;-)

      Gefällt mir

  1. Ich hatte vorhin geschrieben (vielleicht nicht aufs sendeknöpfchen gedrückt). Äh, ja eigentlich wollte ich fragen, ob Katzen- und Hundeflöhe die selben sind. Und was der Tierarzt Dir verschrieben hat. Das Zeug fürs Nackenfell?

    Gefällt mir

    1. Hm… gute Frage, aber das kann ich dir nicht sagen. Gekauft habe ich auf TA-Empfehlung Frontline mit dem Wirkstoff Fibronil und das ist definitiv nur für Katzen. Für Hunde scheint es aber auch was von dieser Firma zu geben, denn eine Freundin von mir (ehem. Hundebesitzerin) kannte das auch, aber ich weiß jetzt natürlich nicht, ob es sich dabei um den selben Wirkstoff gehandelt hat. Das Frontline für die Katze (mit dem bezeichnenden Zusatz „Spot on Katze“ :-D) wird in der Tat auf die Nachenhaut appliziert und verteilt sich dann selbsttätig über das ganze Tier. Scheint übrigens prima zu wirken, denn bereits am nächsten Tag haben wir mehrere tote Flöhe gefunden und seitdem habe ich auch nur noch einmal gesehen, dass er sich kurz gekratzt hat. Halleluja ^^

      Gefällt mir

    1. Aaah… du hast das bei deinem Hund also auch erlebt? Eigentlich bin ich ja generell nicht so für die chemische Keule, aber es scheint wohl ein probates Mittel zu sein um solche Parasiten schnell und effektiv zu bekämpfen – und die Vorstellung der tot unfallenden Flöhe hat was ;-D

      Gefällt mir

  2. Gegen Flöhe, wenn sie denn da sind, hilft nur das Frontline. Alles andere kann man vergessen. Aber es hilft richtig gut. Bin auch nicht für chemische Keule, aber die bekommt man ansonsten nicht mehr los. Hunde stecken sich da immer wieder an im Kontakt mit anderen Hunden und Katzen mit Freigang natürlich auch. Das gute an den Flöhen ist, sie stehen den Menschen so gut wie nie, weil niedrigere Körpertemperatur als Hunde (und wahrscheinlich auch als Katzen).

    Gefällt mir

    1. Wahrscheinlich ist das wohl so – habe zwar kürzlich schon mal was über Körpertemperatur gelesen, aber natürlich schon wieder vergessen; ebenso wie meine Was-ich-noch-alles-über-Katzen-googeln-wollte-Liste ;-) Wir sind zum Glück auch nicht gebissen, gestochen, oder was auch immer worden, aber ich kenne durchaus mindestens eine Frau, die schon einmal unter Katzenflöhen gelitten hat – sowas braucht wohl niemand.

      Gefällt mir

  3. Ich bin verliebt, wie süß!

    Äh – abgesehen davon – unser Tierarzt hat uns für unseren Moritzkater der sehr schmusig ist und hübsch aber eben kein zartes Katzenkind mehr, Frontline für kleine Hunde mitgegeben – in Moritzkatergröße hatte er wohl für Katzen gerade
    nichts da. Er meinte, das sei eh immer das gleiche …Doch jetzt ist er ein „auf die Straßeguck Wohnungskater“ und sowieso völlig flohfrei

    Gefällt mir

    1. Wenn er so harmlos und unschuldig daliegt, kann man sich nur verlieben – aber nach wie vor nicht morgens vor fünf, so wie heute. Da könnte ich wirklich… ääääh… ja…

      Kleine Hunde? Wieviel wiegt denn euer Moritz??? Mache mir da doch gerade Gedanken um meine Haare auf dem Kopf ;-) Gibt es Fotos von ihm?

      Muss ja zu meiner Schande gestehen, dass ich es immer noch nicht geschafft habe bei dir vorbeizuschauen – hoffe, am Wochenende komme ich auch mal dazu :-)

      Gefällt mir

  4. Ich weiß nicht genau, wieviel er wiegt, etwa 5 kg vielleicht. Bisher hatte ich keine richtig guten Fotos – er hat schwarzes Fell und das ist gar nicht so einfach, ordentlich abzulichten. Abends mit Blitz geht gar nicht und tagsüber habe ich nie daran gedacht. Aber heute früh habe ich mir mal eine halbe Stunde Zeit für ein Shooting genommen und immerhin zwei Bilder im Blog online gestellt.

    Gefällt mir

    1. Na… 5 Kilo klingt ja jetzt nich sooo viel – schätze, da gibt es durchaus noch schwerere Exemplare. Aber wenn ich mir so manch Handtaschenwaldi ansehe, dann bringen wahrscheinlich etliche Katzen mehr auf die Waage, als so ein kleiner Kerl.

      Da du jetzt extra Fotos in den Blog gestellt hast, kann ich wohl doch nicht bis zum Wochenende warten – die muss ich mir doch jetzt noch ansehen… ;-)

      Gefällt mir

  5. Die schönen Fotos von meiner Namensvetterin Susanne haben mich animiert. War auch schon auf Facebook auf der Seite, da gibt es ja noch viel zu entdecken! Jedenfalls danke für deinen Besuch, hat mich gefreut :-) bei kleinen Katzen
    Ist es sicher schwer, weil sie nicht still halten, bei meinem Kater ist das Fotografieren schwer, weil er immer so nah ran kommt und am liebsten auf einem drauf liegt.

    Gefällt mir

    1. Bitte, gern… und wenn ich mehr Zeit habe, wird es sicher ein ausgedehnterer Besuch werden – was ich gestern auf die Schnelle gesehen habe, hat mir gut gefallen :-)

      Geduld ist auf jeden Fall gefragt, wenn man so einen quirligen Racker erwischen will – meist klappt es am besten, wenn er zu ruhen gedenkt, oder geruht hat und da wird es mit geplanten Shootings schon schwierig ;-) Katzen sind eben nicht berechenbar, aber genau das macht sie ja so sympathisch, gell? Susanne hat das aber trotzdem gut hinbekommen, wie ich finde.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s