Kommunikation à la Katz

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Ist die Katze gesund, freut sich der Mensch.

So lautete schon vor Jahrzehnten der bekannte Slogan eines noch bekannteren Katzenfutter-Herstellers. Klar freut sich da jeder Katzenhalter und wenn das Kätzlein dann auch noch munter umher tollt und sich auch von des Dosenöffners Rumgeknipse nicht stören lässt, dann freut sich der Mensch erst recht. Klar auch – oder auch nicht -, dass unsere Fellnase von Anfang an nur das Katzenfutter jenes bekannten Herstellers bekam und es auch von Anfang an mit Hingabe verzehrte. Bis zu eben jenem Tag, als ich den verhängnisvollen Fehler begangen habe, anstatt eine Dose zu öffnen einfach mal einen Beutel aufzureißen. Der Katze hat es augenscheinlich prima geschmeckt und ich wähnte mich in gutem Glauben, wir könnten jetzt mal ebenso nach gut Dünken zwischen Dosenfutter und Beutelchen wechseln, bis die Dosen aufgebraucht sind. Doch da hatte ich die Rechnung mal wieder ohne die Katze gemacht! Der Verzehr des Dosenfutters sank binnen weniger Tage von einer halben Dose zum Frühstück gen fast Null, während das angebotene Beutelfutter demonstrativ laut schmatzend verzehrt wurde.

Heute Morgen habe ich noch einmal einen Versuch unternommen der Katze das olle Dosenfutter anzudrehen, bis sie mir entgültig zeigte, dass ich als Dosenöffner ausgedient habe. Todesmutig habe ich ihr gleich eine ganze halbe Dose in ihren Fressnapf gefüllt – natürlich in Mundgerechte Häppchen zerkleinert und in der Hoffnung, dass sie zumindest etwas davon frisst. Es war schon relativ spät fürs Frühstück, weil ja Wochenende, und ich dachte, der Hunger würde es schon reintreiben. Wie immer konnte sie es kaum erwarten, dass ich den Fressnapf vor ihr abstelle, aber sie hatte den Braten schon gerochen, schnupperte nur einmal am Futter, nahm einen winzigen Bissen, wendete sich ab und trottete aus der Küche. Nachdem sie auch eine halbe Stunde später immer noch nicht gefressen hatte, grübelte ich darüber nach, man sie wohl austricksen könnte. Futtermenge verringern und so tun, als wäre es eine frische Portion, erschien mir ein guter Plan – also Futter raus, noch intensiver zerkleinert, hübsch angerichtet und wieder hingestellt. Katze kam wie erwartet erneut in die Küche, denn schließlich hatte ich laut genug mit der Futterschüssel geklappert, beschnupperte kurz das Futter und schaute mich vorwurfsvoll an, fraß natürlich nichts und wollte schon wieder abziehen. Dann kehrte sie aber doch wieder zu ihrem Napf zurück und ich rieb mir schon innerlich die Hände, aber sie war nur zurückgekehrt um mir entgültig zu zeigen, was sie von der Wiskas® Junior-Terrine hält. Sie schnupperte noch einmal kurz und dann begann sie zu scharren. Erst nur an einer Stelle und dann rund um den Futternapf. Blick zu mir, zurück zum Napf und dann noch einmal zu mir – das war’s dann wohl. Sie findet es wohl echt Scheiße und hätte es nicht deutlicher demonstrieren können.

Fazit: Was die Katze nicht mag, mag sie wohl einfach nicht und mit billigen Tricks ist ihr dann auch nicht beizukommen. Sie sind den Menschen wohl doch ähnlicher als gedacht und wir müssen uns wohl mit dem Gedanken abfinden, dass wir uns eine sehr eigensinnige Mitbewohnerin ins Haus geholt haben.

P.S. Wir Menschen mögen ja erfahrungsgemäß auch nicht alles – ich mag zB partout keinen Dill. Meine Mam hat vor Jahrzehnten immer wieder versucht mich auszutricksen und ihn mir trotzdem unterzuschieben – natürlich ohne Erfolg ;-)

P.P.S. Zum Glück bin ich nicht allein auf der Welt. So stieß ich vorhin beim Recherchieren auf eine Katzen-Kolumne, die mir gezeigt hat, dass unsere Futterdifferenzen doch noch relativ harmlos sind und dass es schlimmer immer geht. Lest mal rein – einfach nur köstlich.

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14 Kommentare

  1. Das sind ja ganz tolle Fotos. Ich denke mal, das war jetzt echt ein Fehler, das Beutelchen zu kaufen. DIE (d. h. Katzen und Hunde) ziehen das gnadenlos durch. Mein Hund hat 18 Jahre lang nicht ein Bröckchen Trockenfutter gefressen. Und sie haben Herrchen/Frauchen dahingehend im Griff, dass sie immer ahnen, was sie durchsetzen können.

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    1. Vielen Dank, Erinnye :-) – der Kontrast Katze/Badewanne hat mir echt gefallen und wenn ich ’ne bessere Kamera hätte, würde es wahrscheinlich noch mehr Spaß machen.

      Hattest du also ein eigeninniges und verwöhntes Tier und mich tröstet es schon sehr nicht allein so blöd da zu stehen ;-D Ja… das mit den Dosen ist wohl jetzt erst einmal durch, aber es gibt bestimmt schlimmeres. Die Beutel sind zwar etwas teurer, aber die gibt es ja auch nur zum Frühstück – über den Tag und abends frisst sie zum Glück wie gehabt ihr Trockenfutter. Ich fand es halt heute Morgen sehr faszinierend auf welche Art sie kommuniziert hat – dachte erst, ich sehe nicht richtig und musste mir das Lachen echt verkneifen. Schätze auch, das diese Mäkeligkeit, was das Futter betrifft, weit verbreitet ist – der Kater einer meiner Cousinen fraß nur eine ganz bestimmte Sorte Futter aus der Aluschale von Schlecker und auch bei ihr scheiterte der Versuch das Tier auszutricksen und ihm was anderes unterzuschieben.

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    1. … oder ist sehr verspielt? Dieses Tier kann sich wirklich mit Hingabe mit dem Badewannenstöpsel beschäftigen – alternativ mit dem Innenleben einer Klopapierrolle, kleinen Weidenkugeln aus dem Bastelladen oder den Schnüren von meinen Jalousetten ;-D

      P.S. Du hast es wohl auch nicht mitbekommen? Das Katerchen ist kein Katerchen mehr, sondern definitiv weiblich. Hatte hier kurz über die Geschlechtsumwandlung aufgeklärt ;-)

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  2. Nein, habe ich nicht mitgekriegt. Wusste ich gar nicht mehr, dass das so schwierig zu unterscheiden ist bei kleinen Katzen. Wir hatten früher auch Katzen – an die weiblich/männlich-Problematik kann ich mich nicht mehr erinnern. Finde ich ja interessant, dass **sie** die Badewanne nicht als potentiell bedrohlich ansieht. Oder findet sie Wasser gut?

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    1. Generell ist das wohl eher auch nicht so schwierig – bestenfalls bis zu einem Alter von ~ 10 Wochen ist es wohl nicht immer ganz eindeutig und zweifelsfrei festzustellen. Wir haben sie von Anfang an als Kater angenommen, weil sie uns als Kater verkauft wurde und auch die Tierärztin während der ersten Untersuchung (nur wenige Tage später) die Hoden eindeutig ertasten konnte. So sahen wir auch keine Veranlassung das Schätzchen noch einmal genauer in Augenschein zu nehmen – niemand guckt seinem Tier vermutlich grundlos ständig, oder allzu intensiv aufs Hinterteil. Rückblickend weiß ich nicht, was die Tierärztin da getastet hat, aber offensichtlich keine Hoden – es war ihr bei der nächsten Untersuchung, als sie das Tier als Kätzin identifizierte, auch sichtlich mehr als peinlich ;-)

      Ob sie Wasser nun mag, oder gar gut findet, kann man wohl nicht eindeutig beantworten – ihr Verhältnis zu Selbigem scheint eher ambivalent, auch wenn sie gern in die leere Wanne steigt. Letztens, als ich in der Wanne lag, saß sie davor und schaute mich mit einem Blick an, als sei ich dem Untergang geweiht, während sie vor ein paar Tagen, als ich mir die Haare wusch, auf dem Klodeckel saß und das Procedere scheinbar fasziniert beobachtete.

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  3. Eine süße Katze hast du :-) Und die Problemchen mit den Futtergewohnheiten kenn ich nur allzugut. Als wir unsere beiden Zwillingskater bekommen haben, waren sie schlank und rank und haben sich nur von Trockenfutter ernährt. Eigentlich super! Aber einmal in den Genuss von Nassfutter gekommen (vor allem die Tüten, wie du schon sagst :D), will Katze natürlich nur noch damit verwöhnt werden. Und es muss einfach Felix sein, alles andere wird mit vorwurfsvollem Blick abgelehnt. Ich finde es witzig zu lesen, dass wohl alle (Ex-)Dosenöffner daran scheitern, ihre Lieblinge auszutricksen *lach*. Diese kleinen, schlauen Bengel!

    PS: Ein sehr interessanter Blog =)

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    1. Gerade weil sie so eigensinnig und raffiniert sind, lieben wir sie doch – oder nicht? Eigentlich ist es ja die Katze meiner Tochter, resp. hat sie das Ganze initiiert – uneigentlich ist es dagegen unsere Katze, während „böse“ Zungen munkeln, dass es eh schon mehr meine ist. Kompliziert? Nur auf den ersten Blick ;-)

      P.S. Vielen Dank für die Blumen, die ich dir gern zurückgebe :-) Dein WordPress-Blog scheint zwar noch in den Kinderschuhen zu stecken, aber deine Homepage gefällt mir sehr – besonders deine Gedichte, wenn auch noch nicht alle gelesen; aber das werde ich noch nachholen.

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  4. Süße Fotos, erinnert sehr an unsere Houdini, als sie noch klein war und für ein Katerchen gehalten wurde …. irgendwann war sie verschwunden aus einem eigentlich geschlossenen Raum und wir haben gesucht und gesucht und gesagt, wenn sie wieder auftaucht, heißt sie Houdini, so wie der Zauberer und Entfesslungskünstler. Sie saß unter dem Ofen, der einen Hohlraum an einer Stelle hatte, an der wir ihn nicht vermuteten und hieß fortan Houdini, auch dann noch als sie – wie unsere Putzhilfe uns erklärte – plötzlich eine Katze war. Der Kater scharrt übrigens auch an seinem Futternapf, auch wenn er grundsätzlich frisst, was darin ist. Er tut das dann, wenn es zuviel ist für ihn und er eigentlich satt ist. Ansonsten ist er zum Glück nicht mäkelig, frisst seit Jahr und Tag Royal Canin Trockenfutter, das angenehm ist für Katze und Mensch ….

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    1. Schöne Houdini-Geschichte ^^ Hätten wir solche verborgenen Hohlräume, würde die Katze vermutlich spätestens dann darin verschwinden, wenn irgend ein Elektrogerät läuft – selbst der Eierkocher heute Morgen schien ihr irgendwie suspekt ;-) Deine Geschichte erinnert mich grad an die Aktion vor einigen Tagen, als ich die Katze suchte und sie in der verhassten Waschmaschine saß. Die Süßen sind schon manchmal unglaublich, aber sie geben auch unglaublich viel.

      Er scharrt wenn er satt ist??? Das ist ja auch nicht schlecht :-D Als unsere Süße das tat, war ich schon leicht in Panik, dass sie wieder in die Küche machen könnte – hatten wir nämlich auch schon, weil sie Schiss vor der Waschmaschine hat und deshalb nicht ins Bad zum Katzenklo „konnte“ – aber es war scheinbar echt ein eindeutiges Signal, dass sie das Futter nicht mehr mag. Ist das Royal Canin nicht sündhaft teuer? Unsere Kleine frisst zur Zeit auch das Trockenfutter von Wiskas und ich wage gar nicht etwas anderes zu probieren (wuaaa… jetzt haben wir Schleichwerbung gemacht. Nein, liebe Mitleser… ich bekomme keine Prozente bei Mars Foods – ob Susanne derartige Vergünstigungen bekommt, ist mir nicht bekannt, aber ich denke eher nicht.) Bekommt der Moritz überhaupt kein Nassfutter?

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  5. Nein, das Royal Canin ist gar nicht teuer, wenn man es in großen Mengen (ab 4 kg aufwärts) kauft. Man braucht ja nicht viel davon und es gibt unterschiedliche Zusammensetzungen für Outdoor- und Indoor-Katzen, für Kitten und für ausgewachsene Katzen. Damals hat es uns der Tierarzt empfohlen und wir sind dabei geblieben. Soll bei irgendwelchen Vitaminen und Zusätzen etc. besser sein. (Nein, ich bekomme keine Prozente, wäre eigentlich nett). Nein, der Kater bekommt kein Nassfutter – er trinkt ordentlich und frisst nur Trockenfutter. Ich zweifle stark an der Qualität des Nassfutters und finde den Geruch einfach zu penetrant. Ab und zu bekommt er mal ein bisschen Huhn oder Rind, wenn was übrig bleibt oder ein Stückchen Käse. Aber eher selten. Was die Elektrogeräte betrifft: Kann ich nur bestätigen. Der Abzug über dem Herd ist komischerweise besonders schlimm. Aber allem voran: der Staubsauger.

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    1. War ja auch nur Spaß mit den Prozenten, wegen unserer beider Schleichwerbung, aber das hast du sicher auch so aufgefasst (?) So schlimm finde ich das mit dem Nassfutter gar nicht – im Gegentei… ich riche das sogar ganz gern und wenn die Süße allmorgentlich gierig und zufrieden laut schmatzend vorm Napf sitzt, kann es nicht völlig falsch sein. Um diese ganzen Zusatzstoffe habe ich mich ehrlich gesagt noch gar nicht gekümmert und ich wüsste auch gerade gar nicht, wo ich das Royal Canin schon gesehen hätte außer im Internet. Vielleicht bei Fressnapf? Aaah… du lebst ja in der Schweiz – da gibt es wahrscheinlich ganz andere Ketten. Aber ist grad auch nicht so wichtig, denn noch ist genug Futter da ;-)

      Das Verhältnis zum Staubsauger scheint bei unserer Katze auch recht ambivalent – mal flüchtet sie direkt unters Sofa, oder hinter die Waschmaschine(!), mal muss ich sie förmlich wegtragen, weil sie gerade im Weg ist ;-D

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  6. Gibt es im Fachhandel (Fressnapf z.B.) und oft auch in Baumärkten, die eine entsprechende Abteilung haben oder manchmal haben auch Gartencenter Tierfutterabteilungen. Kostet ca 20 oder 25 Euro im Monat, wenn man größere Mengen kauft. Mit einem 4 kg Sack kommen wir lange aus …

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    1. Habe gestern Abend dann doch mal die Zusammensetzung des Wiskas-Junior mit dem Kitten-Futter von Royal Canin verglichen. Zusammensetzung und Menge der Zusatzstoffe variiert schon – inwiefern das jetzt gut oder schlecht ist, was vor allem die Menge der Zusatzstoffe betrifft, kann ich nicht beurteilen; aber ich glaube dir gern, dass es euch tierärztlich empfohlen wurde. Hmm… da stellt sich für mich nur die Frage, ob es positive Erfahrungswerte sind, die die Tierärzte da weitergeben, oder ob sie eher das empfehlen, was nicht nur gut, sondern auch teuer ist. Letzteres war jetzt mal einfach laut gedacht. Wir haben uns vor Anschaffung der Katze gar nicht wirklich Gedanken über die möglichen Futtersorten gemacht – meine Tochter hat im Laden spontan nach dem Wiskas gegriffen, warum auch immer – und bei der ersten Untersuchung beim TA wurde das auch gar nicht thematisiert. Momentan bin ich eigentlich ganz zufrieden mit ihrem Fressverhalten und da ich gelesen habe, dass viele Katzen nicht gerade begeistert auf einen Futterwechsel reagieren, werde ich in nächster Zeit wohl auch eher keine Experimente starten. Aber ich danke dir trotzdem für die Infos :-)

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