Morgens 07:50 Uhr in Deutschland


 

Seit einer Stunde bin ich schon wach, obwohl ich so gern noch geschlafen hätte. Samstag – einer der wenigen Wochentage, an denen man mal ausschlafen könnte. Die Katz sieht das leider anders. Das gleiche Spiel wie jeden Morgen: Anlauf nehmen, springen und mir volle Kanne ins Gesicht stupsen, oder alternativ um mich herum patrouillieren, über meine Haare laufen und mir so lang auf den Senkel gehen bis ich entnervt aufgebe. Sie ist schon auf dem Weg in die Küche bevor ich mich überhaupt endgültig erhoben habe, weil sie weiß, dass sie es jetzt geschafft hat. Dass ich ihr unweigerlich folgen werde, meine Kaffeemaschine anstellen werde und mich dann um ihr Frühstück kümmere. Jeden Morgen – wenn auch am Wochenende gnädigerweise nicht schon um halb sechs. Aber am heutigen Morgen ist eben nicht alles so wie an einem beliebigen anderen. Ihren Futternapf haben wir schon gestern am späten Abend weggeräumt und auch jetzt bleibt der Platz für den Napf leer. Ist es pure Einbildung, oder hat die Katz doch ziemlich irritiert reagiert, als ich ihr lediglich frisches Wasser vorgesetzt habe?

Um 11:00 Uhr ist der Termin beim Tierarzt. Heute wird’s passieren – die Katz wird kastriert! Schon die letzte rollige Phase war sehr anstrengend, auch wenn es erst das zweite Mal war, und spätestens seitdem weiß ich warum es Rolligkeit heißt! Noch dazu dieses penetrante Gejammere nach einem potentiellen Beglücker – DAS hält kein Mensch auf die Dauer aus und sicher auch kein Tier. Wir kommen also nicht drum herum, aber wenn ich gerade nur dran denke, stellt sich schon ein ziemlich flaues Gefühl im Magen ein. Ich hab Schiss, auch wenn’s vielleicht bescheuert klingt. Schiss, dass irgendetwas schief gehen könnte auch wenn mir mein Verstand sagt, dass schon Tausende andere Katzen ohne Probleme kastriert wurden. Heute geht es nun mal um unsere Katz, die selbst nicht wählen kann, weil wir für sie entschieden haben – und ich hoffe, dass es die richtige Entscheidung war.

Die Stunden werden lang werden heute – noch zwei Stunden bis zum Termin und noch mindestens sieben Stunden, bis der hoffentlich erlösende Anruf kommt, dass wir sie wieder abholen können, denn nach all dem, was im letzten Jahr passiert ist, wäre es sehr schlimm für mich jetzt auch noch die Katze zu verlieren. Ich hoffe so sehr, dass alles gut geht und wenn da draußen irgendjemand ist, der das nur zu gut nachempfinden und verstehen kann, dann denk‘ einfach mal an uns und drück‘ uns die Daumen!

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