Urlaub


 

Endlich. Eigentlich müsste diese Tatsache Erleichterung und Freude mit sich bringen – habe ich mich doch die letzten Wochen partiell sehr durch die Tage schleppen müssen und nur noch auf den Tag hingearbeitet, an dem ich nur das Nötigste tun muss, endlich mal wieder ausschlafen und den Tag genießen kann. Leider war der Auftakt alles andere als fulminant, denn der April macht seinem Namen alle Ehre. Seit Tagen ist es empfindlich kühl – um nicht zu sagen kalt! Vom zarten Aufbegehren des Frühlings keine Spur. Die Wolken hängen tief heute und wäre da nicht das mediterrane Grün auf meiner Fensterbank, würde mir alles grau in grau erscheinen.

Grau in grau – so wie auch ich mich gerade fühle. Auf meinem Kopf setzt sich schon seit etlichen Wochen mit Macht wieder das durch, was der Zahn der Zeit für Menschen meines Alters vorgesehen hat – passend zum mausgrauen Schlabberpulli und der ausgeleierten Jogginghose. Tageslichttauglich sieht definitiv anders aus. Nein – sooo war ich natürlich heute noch nicht vor der Tür. Wozu auch? Zum Frühstück gab es eine altbackene Laugenbrezel von gestern und ein paar Reiswaffeln.

Ähnlich deprimierend schaut es gerade in meinem Kopf aus. Es ist April und schon gestern konnte ich nicht umhin dauernd daran zu denken, dass wieder einer der Sorte Jahrestage naht, die ich am liebsten in die hinterste Schublade verbannen und für alle Zeiten vergessen würde.

Das laute Ticken der Küchenuhr mahnt aufdringlich, dass die Zeit vergeht. Dass aus Sekunden Minuten, aus Minuten Stunden, aus Stunden Tage werden. Wochen und Monate unaufhaltsam verstreichen, während die Kluft immer gößer wird. Gedanken an das Gestern wurden in den letzten Monaten immer seltener – das wir schon unbegreifbar weit weg, so als wäre es nur ein Traum gewesen. Eigentlich müsste ich froh darüber sein, aber ich bin es nicht. Zu oft fühle ich mich noch wie eine zurückgelassene leere Hülle, amputiert und unvollständig.

Gibt es so etwas wie eine Frühjahrsdepression? Wie den November-Blues einen April-Blues? Dann stecke ich wohl gerade mittendrin! Wird Zeit, dass wenigstens das Wetter wieder besser wird und die Sonne scheint – dann sieht die Welt bestimmt schon wieder ganz anders aus :-)

Du

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4 Kommentare

  1. hm, wo du dich so beschreibst, entwicklungstechnisch, habsch aber auch grad gedacht, du bist wohl schon eine, die sich treu bleibt. eija, zumindest mehr oder weniger, klar, wir machen alle Kompromisse, aber wenn du so denkst, siehste dich ja anscheinend in dem Moment von woanders.

    Besser??

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    1. Hm… ich würde schon sagen, dass ich mir selbst relativ treu bin – zumindest was eine gewisse Linie und meine Grundeinstellung betrifft. Aber wie soll ich das entwicklungstechnisch jetzt auffassen? Weil meine Haare (wieder) grau werden? ;-)

      In dem Moment, als ich das geschrieben habe, habe ich mich nicht von woanders betrachtet, sondern irgendwie nur den Ist-Zustand reflektiert – denk‘ ich doch – und wenn das besser?? als Frage gemeint war, ob es mir JETZT besser geht: Ja. Hatte einen opulenten Salat zum Abendessen, habe mir ein Glas Rotwein dazu gegönnt und im Garten-Center war ich heute auch. Bin also derzeit ziemlich relaxed, kann morgen planvoll in den Tag starten und werde hoffentlich wenig Zeit haben über irgendwelche Defizite nachzudenken ;-)

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    2. hm, ja, gute Frage. Sollte man über entwicklungstechnische Defizite nachzudenken??

      Hab ich ich mir jetzt auch grad gedacht. Aber es ist schon über 21:47.

      Ich meinte mich auch schon besser. LG Claus

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