Begegnung, die zweite

Les chats ~Théophile-Alexandre Steinlen (1859-1923)

Foto unter CC-Lizenz von Ωméga * auf  flickr.com

 

Wieder einmal eine verhinderte Begegnung der besonderen Art. Wir erinnern uns? Es ist nunmehr schon fast ein Jahr her, als sich die erste unausweichlich scheinende Begegnung mit Macho-M. anbahnte und ich mich wie eine Idiotin benommen habe. Seitdem ist erstaunlicherweise nichts nennenswertes mehr vorgefallen. Erstaunlich insofern, dass wir nicht nur im gleichen Ort leben, sondern auch in unmittelbarer Nähe. Würde eines der Nachbarhäuser nicht an dieser Stelle stehen, könnte ich ihm fast in die Wohnung schauen. Trotzdem haben wir uns all die Monate nicht gesehen und ich muss gestehen, dass ich auch ganz froh darüber bin. Denn auch wenn mein Verstand mir schon lange sagt, dass es besser ist ihn los zu sein, dass ich ihn so, wie er sich in den letzten Monaten unserer Beziehung aufgeführt hat, gar nicht mehr WILL, muckt mein Herz doch hier und da immer noch auf. Aus den Augen, aus dem Sinn funktioniert bei mir einfach nicht.

Und so hatte ich ihn die letzten Wochen wieder oft im Sinn. Natürlich am vergangen Freitag, den 13., an dem mir aber glücklicherweise kein schwarzer Kater über den Weg gelaufen ist, und auch am vergangenen Montag, als ich nach der Arbeit auf dem Heimweg war.

In Ermangelung eines wohnungsnahen Parkplatzes hatte ich an der Stadtmauer geparkt – aber auch von diesem Parkplatz aus sind es eigentlich nur wenige Schritte bis in meine Straße. Ein kurzes Gässchen verbindet den Parkplatz mit der nächsten Querstraße und ich war noch nicht richtig im Gässchen, als M. wenige Meter vor mir von rechts auftauchte – den Blick zum Glück geradeaus gerichtet und augenscheinlich auf dem Weg irgendwo hin. Abrupt blieb ich stehen (idiotisch), schaute unter mich (noch idiotischer) und fummelte an meiner Sonnenbrille herum. Er war inzwischen längst am Gässchen vorbei und aus meinem Blickfeld verschwunden, als ich immer noch wie angewurzelt dort stand, mit fliegenden Gedanken und weichen Knien. Geh einfach weiter, flüsterte etwas in meinem Hirn, er ist längst weg und du kannst hier nicht Wurzeln schlagen. Also trat ich entschlossen aus der Gasse auf die Straße und sah ihn zu meiner Linken Richtung Altglascontainer entschwinden. Derweil eilte ich weiter, mit Pudding in den Knien und begleitet vom Scheppern der Flaschen im Container.

Irgendwie dachte ich, dass alles besser wird wenn erst einmal ausreichend Zeit vergangen ist. Ein ganzes Jahr sollte ausreichen um darüber hinwegzukommen und gleichgültig zu werden – dachte ich. Ich sollte nicht mehr denken.

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