Vis à vis

07-09-2013
 

07. September 2013

Gestern Nacht um viertel nach 3 wurden wir von den Sirenen der eintreffenden Feuerwehr geweckt. Zeitgleich hörte ich das Knistern des Feuers und das Knacken der zerberstenden Ziegel. Da brannte der Dachstuhl des Hauses gegenüber bereits lichterloh. Ehe wir überhaupt realisierten, was da gerade in unmittelbarer Nachbarschaft passiert, breitete sich der Brand bereits auf den benachbarten Dachstuhl aus. Es schien eine gefühlte halbe Ewigkeit zu vergehen, eh mit den eigentlichen Löscharbeiten begonnen werden konnte.

Es war eine lange, eine angstvolle und eine schlaflose Nacht und auch der heutige Tag brachte nur wenig Ruhe. Die gröbsten Abriss- und Aufräumarbeiten erstrecken sich bis in den Nachmittag, doch inzwischen ist eine fast schon gespenstische Ruhe in der Ritterstraße eingekehrt – abgesehen von zahlreichen Neugierigen, die noch immer zum Brandort pilgern.

Gegen 18:00 Uhr habe ich zum ersten Mal an diesem Tag für eine Weile ein Fenster geöffnet, auf der Fensterbank gesessen und einige Fotos der kläglichen Überreste aufgenommen. Manch einer mag das vielleicht nicht verstehen können, aber ich musste diesen schrecklichen und traurigen Anblick festhalten – vielleicht auch, weil ich gerade immer noch nicht ganz klar komme.

Diese Fensterbank in unserem Wohnzimmer, auf der ich saß, war seit wir in diesem Haus wohnen immer meine Lieblingsfensterbank. Unzählige Male habe ich dort gesessen, geraucht gelesen, oder einfach nur die Sonne genossen. Oft ging dann mein Blick auf das stattliche Fachwerkhaus schräg gegenüber – es sah in der Abendsonne besonders schön aus.

Eine Fachwerkidylle, die in nur einer Nacht komplett zerstört wurde.

 
Offizielle Berichterstattung über den Großbrand:

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5 Kommentare

    1. Stimmt – und der Brand Samstagnacht war sehr nah. Das fatale ist, dass es in Frankenberg in den vergangenen Wochen ein bisschen zu oft gebrannt hat – allein hier in der Ritterstraße zweimal in den vergangenen vier Wochen. Der Gedanke, dass hier wirklich ein zündelnder Irrer rumlaufen könnte, ist ziemlich beängstigend!

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  1. Wochen später… ;-)

    Es war definitiv Brandstiftung – ob vorsätzlich, oder fahrlässig, konnte noch nicht ermittelt werden. Ein paar Tage nach dem Brand wurde eine Verdächtige festgenommen. Da sie aber beharrlich schwieg und nichts den Tatverdacht erhärten konnte, musste sie wieder auf freien Fuß gesetzt werden. Am 11. September, also noch vor der Festnahme, hat ein paar Häuser weiter wieder eine Mülltonne gebrannt. Zum Glück hat der Besitzer den Brand rechtzeitig bemerkt, so dass die Feuerwehr erst gar nicht anrücken musste.

    Seitdem ist es relativ ruhig geblieben – wenn man mal von der Großbaustelle gegenüber absieht! Mittlerweile sind beide Dachstühle abgetragen und die Häuser abgedeckt. Wie es hier weitergeht, wird sich zeigen. Gerüchte aus der Nachbarschaft besagen, dass die Häuser wieder aufgebaut werden. Das wäre natürlich schön, aber ich glaube es erst, wenn es soweit ist. Neue Erkenntnisse gibt es bis dato keine und die Polizei sucht weiterhin nach Zeugen. Sollte sich was tun, werde ich natürlich unverzüglich berichten :-)

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