Dekadenz


 

OMG – ich habe es getan und fast 300 Tacken für einen Kratzbaum hingeblättert ^^

Bevor nun irgendjemand auf die Idee kommt zu fragen, ob ich noch ganz dicht bin und mir erklärt, dass man so ein Teil auch wesentlich billiger haben kann, sei Folgendes angemerkt:

Billiger geht sicher immer, aber solch ein Modell wäre dann nicht nur billiger im Sinne von günstiger! Mir waren schon ein paar entscheidende Kriterien sehr wichtig, bevor ich mich nach mehreren Monaten dann doch durchgerungen habe so viel Geld auszugeben.

Erstens wollte ich kein Plüschmonster – weder für die Katz, noch für mein Auge und die Augen derer, die sich in meiner Wohnung aufhalten. Billiger Kunstfaser-Plüsch an allen Ecken und Enden, am besten in schreienden Farben und mit lustigen kleinen Tierpfötchen übersät, finde ich einfach gruselig und so etwas käme mir niemals in die Wohnung und schon gar nicht ins Wohnzimmer!

Zweitens wollte ich etwas Stabiles, Robustes und annähernd Unzerstörbares. Wenn man bedenkt, dass eine Katze eine Lebenserwartung von ca. 16 Jahren hat und Artemis gerade mal 2 Jahre alt ist, macht das für mich durchaus Sinn, denn ich möchte nicht alle 1 – 2 Jahre einen neuen Kratzbaum kaufen (müssen). Also musste es schon Vollholz sein und damit meine ich nicht ausschließlich die sichtbaren Liegeebenen, sondern vor allem das, was sich unter dem Sisal verbirgt – und so etwas hat nun mal seinen Preis, wie ich inzwischen gelernt habe. Billiganbieter umwickeln Papp- oder Kunststoffröhren mit Sisal und tackern Plüsch auf Hartfaserplatten – das sieht dann auch noch von unten betrachtet schrecklich aus. Etwas teurere Anbieter verarbeiten zumindest Holz an den sichtbaren Bauteilen, aber das, was unter den Kratzflächen verschwindet, ist ebenfalls aus Pappe. Wie lang das im Alltagsgebrauch hält, wenn die Miez mehrmals am Tag hoch- und wieder runterspringt, kann sich jeder selbst ausrechnen.

Und last but not least  wollte ich einen Baum, den die Katz auch riechen kann und um den sie keinen großen Bogen macht. Mit Riechen meine ich, dass nichts Unangenehmes ausdünstet, was nicht nur die empfindliche Katzennase stört. Alles schon da gewesen. Kurz nach Artis Einzug hatten wir einmal so ein kleines Billigteil aus dem Baumarkt und ich weiß schon gar nicht mehr, was wir alles veranstaltet haben, weil das Teil roch wie frisch aus einem Chemiewerk. Abwaschen und Febreze brachten kaum Linderung und selbst nach wochenlangen Auslüften unter der Pergola meiner Schwester war dieser Geruch noch nicht verschwunden – also nichts wie weg damit. So etwas möchte meiner Meinung nach kein Mensch täglich riechen müssen und schon gar nicht ein Tier.

Faktisch führt also kein Weg daran vorbei etwas tiefer in den Geldbeutel zu greifen, wenn man etwas Vernünftiges will und ich muss sagen, ich habe es nicht bereut und werde es wohl auch in Zukunft nicht. Auch meine anfängliche Skepsis, ob die Katz nach 2 Jahren kratzbaumloser Zeit so ein Teil überhaupt annehmen würde, hat sich schnell in Wohlgefallen aufgelöst und meine Zweifel, ob sie jemals in die Hängematte steigt, ebenso. Bereits am ersten Abend wurde der Baum geentert (okay – beim ersten Versuch waren noch ein kleiner Snack als Motivationshilfe nötig ;-)) und auch die Hängematte sofort getestet. Was soll ich sagen? Die Katz wollte zunächst gar nicht mehr da raus und seit nunmehr vier Nächten klaut mir niemand mehr die Decke und macht sich zwischen meinen Beinen breit. Letzteres dürfte sich aber ruhig wieder ändern, denn wer mag es nicht, wenn nachts jemand angeschlichen kommt – und wenn es nur vier Katzenpfötchen sind ;-)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s