Aus dem Tagebuch einer Katze

24. Mai 2014
 

Liebes Tagebuch,

ich fühle mich extrem gestresst!

Seit meine Tütenaufreißerin wieder halbwegs genesen ist, tobt sie gefühlte 24 Stunden an 7 Tagen die Woche durch meine Behausung, packt unzählige Dinge in riesige Kartons, putzt, renoviert, stellt Möbelstücke um, so dass nichts mehr seine gewohnte Ordnung hat. Der einzige Lichtblick in dem von ihr veranstalteten Chaos ist das neue Spielzeug, dass sie augenscheinlich extra für mich aufgehängt hat – weiß, luftig, leicht transparent und fast bis zum Boden reichend hängt es nun da und wartet scheinbar nur darauf, dass ich, wann immer es mir beliebt, mich dahinter versteckte und in meinem jugendlichen Übermut meine Krallen hineinschlage. Das findet die Tütenaufreißerin aber scheinbar gar nicht lustig, denn sie hat mich deswegen schon mehrmals gerügt und ich muss in Zukunft höllisch aufpassen, dass sie mich nicht mehr dabei erwischt.

In ihrem Wahn, mein Heim auf den Kopf zu stellen, hat sie selbst vor meinem Katzenklo nicht Halt gemacht. Mein altes Katzenklo war versehen mit einem unverwechselbaren, mehr als dezenten Geruch nach Ammoniak, den ich ihm in liebevoller Kleinarbeit beigebracht hatte – ich hätte es selbst mit verbundenen Augen gefunden. Aber es wurde kurzerhand gegen ein neues Modell ausgetauscht, weil die Tütenaufreißerin der Meinung war, dass es stinkt. Stinkt? Wie kann etwas stinken, was ein edles Tier wie ich hinterlasse?! Habe es zuerst mit Totalverweigerung versucht, die Beine zusammengekniffen und das neue Klo geflissentlich ignoriert. Selbst die stärkste Katzenblase hält das aber nur bedingt durch und so musste ich mich Stunden später dann doch in mein Schicksal ergeben. Mittlerweile habe ich mich an das neue Klo gewöhnt, auch wenn ich fürchte, dass es wieder Monate dauern wird, bis es so riecht, wie das alte.

Nicht genug mit all diesen Unannehmlichkeiten ist seit ein paar Tagen so etwas wie Sommer eingezogen und die fliegende Beute hält mich fast den ganzen Tag auf Trab. Sie sind überall und so muss ich ständig zwischen Wohnzimmer und Bad hin und her pendeln, damit mir auch bloß nichts entgeht. Diese kleinen Biester provozieren mich aufs Heftigste! Wenn ich an meinem Observierungsplatz im Wohnzimmer sitze, kommen sie mir manchmal so nah, dass ich fast nur die Pfote ausstrecken müsste – aber sie scheinen genau zu wissen, dass ich sie wegen der Absturzsicherung nicht erreichen kann. So muss ich allabendlich notgedrungen mit dem Vorlieb nehmen, was mir die Tütenaufreißerin in meinen Fressnapf kippt und das trifft leider auch nicht immer meine hochsensiblen Geschmacksnerven.

All das stresst mich sehr und ich fühle schon seit gestern ein großes Ruhebedürfnis. Heute werde ich meine Hängematte nur verlassen, wenn es gar nicht anders geht – sprich: ich stehe nur zum Pipi machen und Fressen auf – und wehe dem, der mich stört!

Bis die Tage…

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